Einzelhandel in Not Depot schließt 66 weitere Filialen

Die insolvente Deko-Kette Depot gibt erneut Dutzende Standorte auf. Nach den Schließungen bleiben vorerst nur noch gut 80 Filialen übrig – vor der ersten Insolvenz 2024 waren es rund 400. Geschäftsführer Christian Gries schließt weitere Schließungen nicht aus.

Montag, 29. Juni 2026, 11:35 Uhr
Manuel Glasfort (mit dpa)
Depot bietet Haushaltswaren und Deko-Artikel. Das Unternehmen ist auch auf den Flächen mancher Supermärkte präsent. Bildquelle: Lebensmittel Praxis mit Unterstützung von KI

Die Deko-Kette Depot schließt im Zuge ihres laufenden Insolvenzverfahrens 66 weitere Filialen. Rund 330 Beschäftigte verlieren dadurch ihren Arbeitsplatz, weitere Stellen in der Unternehmenszentrale fallen ebenfalls weg. Das Unternehmen veröffentlichte eine entsprechende Liste der betroffenen Standorte auf seiner Internetseite.

Betroffen sind den Angaben zufolge unter anderem Geschäfte in Berlin, Bonn, Braunschweig, Bremen, Dresden, Erfurt, Hamburg, Karlsruhe, Leipzig, Magdeburg, München und Stuttgart. Die meisten Filialen sollen nach einem Räumungsverkauf bis Ende Juli schließen, einige hätten bereits den Betrieb eingestellt. Nach den Schließungen bleiben laut Geschäftsführer Christian Gries vorerst gut 80 Filialen übrig. Weitere Schließungen seien jedoch nicht ausgeschlossen, da die Verhandlungen mit Vermietern noch andauerten. Zur Gesamtzahl der verbleibenden Beschäftigten machte Gries keine Angaben.

„Es geht wirtschaftlich leider nicht anders. Wir können nur Läden betreiben, die rentabel sind“, sagte Gries laut einer Mitteilung der Deutschen Presse-Agentur. Als Gründe für die erneute Insolvenz nannte er Zölle, die wachsende Online-Konkurrenz durch Plattformen wie Temu sowie die Kaufzurückhaltung der Verbraucher. „Es ist eine schwierige Zeit für den Handel. Viele Kunden schauen stark auf die Preise“, so Gries.

Depot meldet zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit Insolvenz an

Das Einzelhandelsunternehmen mit Sitz im unterfränkischen Großostheim hatte im Mai beim Amtsgericht Aschaffenburg die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung beantragt. Es ist bereits die zweite Insolvenz innerhalb kurzer Zeit: Schon 2024 hatte Depot Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Damals schrumpfte das Filialnetz von rund 400 Geschäften auf gut 150. Auch seinerzeit verloren zahlreiche Beschäftigte ihren Arbeitsplatz. Während und nach der Corona-Pandemie hatte die Kette bereits mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten gekämpft.

Die Lage im stationären Einzelhandel ist insgesamt angespannt. Laut dem Ifo-Institut schätzten im April 17,4 Prozent der Einzelhändler in Deutschland ihre Lage als existenzbedrohend ein – ein Rekordwert. Neben Depot meldeten zuletzt auch der Non-Food-Discounter Mäc Geiz und die Baumarktkette Hellweg Insolvenz an. Die auf Raumausstattung und Heimtextilien spezialisierte Kette Hammer schloss im Mai ihre letzten Filialen.

Neue Produkte