Vertreterversammlung Landgard liegt beim Umsatz knapp unter dem Vorjahr

Landgard hat während der ordentlichen Vertreterversammlung in Essen die Geschäftszahlen für das Jahr 2025 vorgestellt – erstmals in der neuen Vorstandskonstellation mit Moritz Krannich und Christoph Klöpper. Beim konnte die Genossenschaft das Vorjahresergebnis nicht halten.

Donnerstag, 18. Juni 2026, 11:15 Uhr
Thomas Klaus
Schwieriges Umfeld für Erfolge: Im Geschäftsfeld Obst & Gemüse sank der Umsatz 2025 um 13,4 Prozent auf 415 Millionen Euro. Bildquelle: Landgard eG

Im Geschäftsjahr 2025 erwirtschaftete Landgard einen Umsatz von 1,7 Milliarden Euro und lag damit leicht unter dem Vorjahresniveau (minus 0,1 Milliarden Euro). Dank umfassender Prozessoptimierungen, eines aktiven Kosten- und Energiemanagements sowie struktureller Anpassungen habe es dennoch für ein positives Ergebnis vor Steuern (EBT) von 3,3 Millionen Euro gereicht. Auch die Rohertragsquote entwickelte sich positiv. Sie stieg nach 12 Prozent im Vorjahr auf 12,5 Prozent im Jahr 2025. Der Landgard-Aufsichtsratsvorsitzende Bert Schmitz hielt die Eröffnungsrede der Vertreterversammlung. Die Vertreterversammlung ist das höchste Entscheidungsgremium der Erzeugergenossenschaft Landgard.

Umsatz bei Blumen und Pflanzen unter Vorjahresniveau

Der Umsatz im Geschäftsfeld Blumen & Pflanzen lag im Jahr 2025 bei 1,29 Milliarden Euro und damit um 1,0 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Diese Umsatzentwicklung spiegelt aus Sicht des Unternehmens die langfristigen Veränderungen im Markt für Blumen und Pflanzen in Deutschland wider. Dank Zuwächsen bei Veiling Rhein-Maas, das sich erneut besser als der Branchendurchschnitt entwickelt habe, sowie des erstmaligen Ganzjahreseffektes der Gesellschaft Landgard Fiori & Piante S.r.l. konnte der Umsatz des Geschäftsfeldes Blumen & Pflanzen in etwa auf dem Niveau des Vorjahres gehalten werden.

Unabhängig davon hat Landgard im Geschäftsfeld Blumen & Pflanzen auch 2025 verschiedene Themen und Projekte weiter vorangetrieben. Beispiele dafür sind IT-Projekte wie die Ablösung des Ladungsträger-Verwaltungssystems und die Integration in SAP, die Weiterentwicklung des Webshops mylandgard.de sowie die Neuordnung der Ordertagesserie mit jetzt drei Terminen im Jahr.

Deutliches Umsatzminus bei Obst und Gemüse

Im Geschäftsfeld Obst & Gemüse sank der Umsatz 2025 um 13,4 Prozent auf 415 Millionen Euro. Diese Entwicklung sei vorwiegend durch Bereinigungseffekte in der Gesellschaftsstruktur bedingt. Der Fokus von Landgard Obst & Gemüse lag 2025 auf der Optimierung von Prozessen zur Effizienzsteigerung. Zudem wurden Dienstleistungsprozesse neu gestaltet sowie die ERP-Landschaft im Geschäftsfeld weiter harmonisiert und optimiert. Die Unternehmensbereiche Logistik und Dienstleistungen steuerten 2025 weitere 18 Millionen Euro zum Gesamtumsatz der Landgard-Gruppe bei.

Die Rahmenbedingungen für die Erzeugergenossenschaft Landgard haben sich in den letzten Jahren grundlegend verändert. Landgard-Vorstand Moritz Krannich erläuterte: „Steigende Kosten, zurückhaltender Konsum und eine zunehmende Konsolidierung prägen den Wettbewerb. Gleichzeitig treiben Digitalisierung, veränderte Kundenanforderungen und volatilere Witterungsbedingungen die Marktdynamik. Diese Entwicklungen betreffen die gesamte Branche – und damit auch uns. Das ist nicht völlig neu und Landgard hat schon manchen Wandel hinter sich. Aber das Tempo und die Auswirkungen der externen Veränderungen werden immer größer. Deshalb müssen auch wir uns an vielen Stellen grundlegend verändern – technologisch, strukturell und kulturell.“ Deswegen stellt sich Landgard mit dem Zukunftsprogramm Landgard NOVA seit Mitte 2025 neu auf.

Änderungen im Landgard-Aufsichtsrat

Ziel ist es, einfacher, schlanker und schlagkräftiger zu werden – durch einen klaren Fokus auf Digitalisierung, Effizienz und kundenorientierte Lösungen. Unter anderem werden im Geschäftsfeld Blumen & Pflanzen wichtige Prozesse gebündelt und zentralisiert. Im Geschäftsfeld Obst & Gemüse werden gezielt die Regionen gestärkt und regionale Kompetenzen und Dienstleistungen ausgebaut. Zudem umfasst NOVA Landgard-Vorstand Christoph Klöpper zufolge eine Reihe von wichtigen Querschnittsthemen, die die Voraussetzungen für starke Geschäftsfelder schaffen. Dazu gehören der massive Ausbau der Digitalisierung und die Entwicklung von Innovationen genauso wie die Erneuerung von Strukturen und Prozessen, um das operative Geschäft noch besser unterstützen zu können.

Im Rahmen der Vertreterversammlung wurden der Aufsichtsrat sowie CFO Moritz Krannich für das Geschäftsjahr 2025 einstimmig entlastet. Der Ende März planmäßig ausgeschiedene Interims-Vorstand Roland Neuwald wurde für die Dauer seiner Amtszeit ebenfalls entlastet. Die turnusgemäß ausgeschiedenen Aufsichtsratsmitglieder Andrea Velmans und Beate Rodenbröker wurden einstimmig wiedergewählt. Bert Schmitz wurde zudem in der anschließenden konstituierenden Sitzung des Aufsichtsrats der Landgard erneut zum Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt.

Jürgen Beisel wurde zum stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden und Dirk Schwichtenberg zum weiteren stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt. Damit besteht der Aufsichtsrat der Landgard aktuell aus den Anteilseignervertretern Gunther Lehleiter, Manfred Rieke, Beate Rodenbröker, Bert Schmitz, Dirk Schwichtenberg und Andrea Velmans, den Arbeitnehmervertretern Jürgen Beisel, Sonja Brink und Hilko Dahlke sowie der Gewerkschaftsvertreterin Madelene Müller.

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