Agrarpreise Deutschland Erzeugerpreise für Lebensmittel fallen so stark wie lange nicht

Die Erzeugerpreise für landwirtschaftliche Produkte sind im April um 12,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr gefallen. Besonders Kartoffeln, Milch und Obst wurden deutlich günstiger. Tomaten verteuerten sich dagegen um fast 60 Prozent.

Donnerstag, 11. Juni 2026, 15:54 Uhr
Manuel Glasfort
Kartoffeln waren zuletzt deutlich günstiger als im Vorjahr. Bildquelle: Getty Images

Die Erzeugerpreise für landwirtschaftliche Produkte in Deutschland sind im April 2026 deutlich gesunken. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, lagen sie um 12,3 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Damit hat sich der Preisrückgang im Vergleich zu den Vormonaten beschleunigt: Im März hatte das Minus noch bei 8,8 Prozent gelegen, im Februar bei 10,9 Prozent. Gegenüber dem Vormonat März gingen die Preise um 1,5 Prozent zurück.

Besonders stark fielen die Preise für Milch. Der Milchpreis lag den Angaben zufolge im April 26,2 Prozent unter dem Vorjahreswert. Im Vergleich zum März 2026 zog er allerdings leicht um 1,6 Prozent an. Auch bei Schlachtschweinen gaben die Preise mit einem Minus von 11,6 Prozent im Jahresvergleich deutlich nach. Dagegen verteuerten sich Eier um 13,0 Prozent, Rinder um 4,2 Prozent und Geflügel um 2,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Bei Geflügel trieben vor allem Enten und Puten den Preis, die sich um 8,0 Prozent verteuerten, während Hähnchen um 0,9 Prozent günstiger wurden.

Bei den pflanzlichen Erzeugnissen sanken die Preise im Jahresvergleich um 12,1 Prozent. Einen wesentlichen Anteil daran hatten laut dem Statistischen Bundesamt erneut die Speisekartoffeln, deren Preise um 54,7 Prozent unter dem Vorjahresniveau lagen. Gegenüber dem Vormonat März blieben die Kartoffelpreise allerdings unverändert. Auch Obst verbilligte sich erheblich: Die Erzeugerpreise lagen 24,3 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor, bei Tafeläpfeln betrug der Rückgang sogar 33,3 Prozent. Getreide kostete 11,7 Prozent weniger als im April 2025.

Tomaten und Gurken verteuern sich gegen den Trend

Bei Gemüse fiel der Preisrückgang mit 1,8 Prozent im Jahresvergleich moderater aus. Kohlgemüse und Salat verbilligten sich um 15,8 beziehungsweise 13,0 Prozent. Deutlich teurer wurden hingegen Tomaten mit einem Plus von 58,2 Prozent und Gurken mit einem Anstieg von 10,7 Prozent. Auch Wein verteuerte sich leicht um 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.

Insgesamt entwickelten sich pflanzliche und tierische Erzeugnisse im Monatsvergleich gegenläufig: Während die Preise für pflanzliche Produkte gegenüber März 2026 um 4,2 Prozent sanken, stiegen die Preise für Tiere und tierische Erzeugnisse leicht um 0,1 Prozent.

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