Ernährung Deutsche essen bewusster – und sind trotzdem übergewichtig

Knapp die Hälfte der Deutschen glaubt, sich gesünder zu ernähren als früher. Dennoch sind laut einer Analyse des App-Anbieters Fitatu rund 59 Prozent übergewichtig oder adipös. Das Unternehmen sieht eine Ursache in irreführenden Produktkennzeichnungen wie „Light" oder „Bio".

Dienstag, 02. Juni 2026, 10:19 Uhr
Theresa Kalmer
Das Bewusstsein für gesunde Ernährung wächst – dennoch sind laut Fitatu rund 59 Prozent der Deutschen übergewichtig oder adipös. Bildquelle: Getty Images

Knapp die Hälfte der Deutschen glaubt, sich heute gesünder zu ernähren als früher. Gleichzeitig sind rund 59 Prozent der Bevölkerung übergewichtig oder adipös. Das geht aus einer Analyse des Ernährungs-App-Anbieters Fitatu hervor.

Den Angaben zufolge schränken 57 Prozent der Deutschen den Konsum fettreicher Lebensmittel bewusst ein. 53 Prozent vermeiden demnach gezielt künstliche Farb- und Aromastoffe. Auch beim Einkauf zeige sich ein Trend zu vermeintlich gesünderen Produkten: 64 Prozent der Befragten greifen laut Fitatu häufig zu Produkten mit Fairtrade-Siegel, 62 Prozent kaufen zuckerfreie oder zuckerarme Produkte und 59 Prozent bevorzugen fettarme Varianten. Eiweißreiche Produkte landen bei 35 Prozent der Verbraucher im Einkaufswagen.

Trotz dieses Bewusstseins zeichnen die Gesundheitsdaten ein anderes Bild. Laut der Analyse sind 38,7 Prozent der Deutschen übergewichtig und 25 Prozent fettleibig. Nur 33,8 Prozent befinden sich den Angaben zufolge im Normalgewichtsbereich. Fitatu weist zudem darauf hin, dass Produktkennzeichnungen wie „proteinreich“, „Bio“ oder „Light“ von Verbrauchern häufig automatisch als kalorienarm wahrgenommen werden – obwohl auch solche Produkte zu einer erhöhten Energiezufuhr beitragen können.

Fitatu sieht Lücke zwischen Wissen und Verhalten

Auch veränderte Alltagsgewohnheiten spielen nach Einschätzung von Fitatu eine Rolle: Jeder dritte Deutsche ersetze regelmäßig vollständige Mahlzeiten durch Zwischenmahlzeiten. Zeitmangel, Stress und flexible Arbeitsmodelle veränderten die klassischen Essensroutinen. „Zwischen Gesundheitsbewusstsein und tatsächlichem Verhalten besteht weiterhin eine deutliche Lücke“, erklärte Ernährungsberaterin Patrycja Koczaska laut der Mitteilung. Viele Menschen wüssten zwar genau, welche Ernährung gesund wäre – die Umsetzung im Alltag bleibe jedoch die größte Herausforderung.

Fitatu kommt zu dem Schluss, dass langfristige Veränderungen nicht allein durch Wissen entstehen. Entscheidend seien vielmehr alltagstaugliche Ernährungsgewohnheiten, mehr Bewegung und transparente Informationen über Inhaltsstoffe und Lebensmittelzusammensetzungen.

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