Die Milchwerke Schwaben hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem Umsatzplus und einem neuen Anlieferungsrekord abgeschlossen – aber auch mit einem spürbar gesunkenen Jahresüberschuss. Das Marktumfeld blieb herausfordernd: Ein weltweites Überangebot an Milch, volatile Produktpreise und steigende Kosten prägten das Jahr.
Umsatz wächst, Gewinn schrumpft
Der Umsatz der Neu-Ulmer Genossenschaft stieg gegenüber dem Vorjahr um 6,6 Prozent auf 370 Millionen Euro (2024: 347 Millionen Euro). Das Wachstum speist sich vor allem aus höheren Absatzmengen in den Kernsegmenten sowie gestiegenen Auszahlungspreisen im Jahresdurchschnitt. Allerdings drückte ein deutlich höherer Materialaufwand das Ergebnis: Er kletterte um 17,2 Millionen Euro auf 314,1 Millionen Euro – der größte Posten sind Milchgeldzahlungen an die Erzeuger in Höhe von 230,3 Millionen Euro, rund 12,3 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. In der Folge sank der Jahresüberschuss von 3,2 auf 2,1 Millionen Euro – ein Rückgang von rund 34 Prozent.
Rekordmenge bei der Anlieferung
Mit 431,4 Millionen Kilogramm Eigenanlieferung erreichte die Genossenschaft die höchste Milchmenge ihrer Geschichte – ein Plus von 2,5 Prozent gegenüber 421 Millionen Kilogramm im Vorjahr. Den größten Anteil stellte QM++-zertifizierte Milch mit 254,7 Millionen Kilogramm. Besonders dynamisch entwickelte sich das Bio-Segment: Die Biomilchanlieferung stieg um 14,3 Prozent auf 12,8 Millionen Kilogramm. Insgesamt verarbeitete die Genossenschaft 465,8 Millionen Kilogramm Rohstoff, 13,8 Millionen Kilogramm mehr als im Vorjahr.
Die hohe Anlieferungsmenge wirkte sich jedoch auch auf die Preise aus: Insbesondere zum Jahresende führte das steigende Angebot zu Korrekturen bei den Auszahlungspreisen nach unten. Im Jahresdurchschnitt lagen die Nettopreise bei konventioneller Milch mit 50,76 Cent pro Kilogramm dennoch über dem Vorjahresniveau von 49,53 Cent.
Das Kernsegment Joghurt und Dessert im Großbecher legte um 2,2 Prozent auf 92.864 Tonnen zu; die Kleinbecher wuchsen sogar um 7,8 Prozent auf 40,2 Millionen Einheiten. Der Käseabsatz profitierte von der hohen Rohstoffverfügbarkeit und kletterte um 7,7 Prozent auf 33.798 Tonnen. Rückläufig entwickelten sich hingegen Butter sowie Trockenmilcherzeugnisse.
Investitionen und neues Führungsteam
Trotz des schwierigen Umfelds investierte die Genossenschaft rund sechs Millionen Euro in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, darunter die Ertüchtigung eines Sprühtrocknungsturms, den Ausbau der Joghurt- und Dessertproduktion sowie die Einführung eines neuen Software-Systems. Das Eigenkapital stieg auf 49 Millionen Euro (2024: 46,9 Millionen Euro), die Bilanzsumme lag bei 89,7 Millionen Euro.
Zum 1. Dezember 2025 übernahm Dr. Johann Meier als alleiniger geschäftsführender Vorstand die Unternehmensführung. Sein Vorgänger Karl Laible war nach zwölf Jahren in den Ruhestand getreten. Ergänzt wird Meier von vier neuen Geschäftsbereichsleitern für Produktion, Finanzen, Vertrieb und Export.
Verhaltener Ausblick für 2026
Für das laufende Jahr erwartet die Genossenschaft zunächst ein weiterhin schwieriges Marktumfeld. Sinkende Rohstoffpreise könnten jedoch neue Chancen im Exportgeschäft eröffnen. „Unser Ziel bleibt es, die Wettbewerbsfähigkeit der Milchwerke Schwaben dauerhaft zu sichern", betonte Meier bei der Generalversammlung in Ulm.