Tarifkonflikt Warnstreik beim Filinchen-Hersteller Gutena

Die Gewerkschaft NGG hat die Beschäftigten des Filinchen-Herstellers Gutena im thüringischen Apolda zu einem 24-stündigen Warnstreik aufgerufen. Am Donnerstag stand die Produktion weitgehend still. Die Gewerkschaft wirft der Geschäftsführung vor, im Gegenzug für einen Tarifabschluss längere Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich durchsetzen zu wollen.

Donnerstag, 09. April 2026, 09:36 Uhr
Theresa Kalmer (mit dpa)
Tarifkonflikt bei Gutena in Apolda: Beim Filinchen-Hersteller soll am Donnerstag die Produktion still stehen. Bildquelle: Getty Images

Beim Filinchen-Hersteller Gutena im thüringischen Apolda stand die Produktion am Donnerstag weitgehend still. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) rief nach eigenen Angaben die Belegschaft im Konflikt um einen neuen Tarifvertrag zu einem Warnstreik auf. Ein Großteil der Belegschaft habe sich an der Aktion beteiligt und sei vor das Werktor gekommen, sagte ein NGG-Sprecher. 

Belegschaftsvertreter bestätigten das. Es sei nur noch Waffelbrot verpackt worden, das in der Nachtschicht produziert wurde. Von der Geschäftsführung in Weißenfels war auf Anfrage zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Filinchen gehört zu den traditionellen Ost-Marken, die weiter Bestand haben. 

Warnstreik über drei Schichten hinweg 

Der Warnstreik soll nach Gewerkschaftsangaben über 24 Stunden bis Freitagmorgen gehen. Die Produktion laufe normalerweise im Drei-Schicht-Betrieb. Die NGG will mit der Aktion Druck für die Tarifverhandlungen aufbauen, die am 17. April in die dritte Runde gehen sollen. Sie verlangt für die den Angaben zufolge knapp 50 Gutena-Beschäftigten Einkommensverbesserungen von jeweils 30 Euro im April, Juni und August sowie weiteren 10 Euro im Oktober. 

Die Geschäftsführung wolle jedoch die tarifliche Wochenarbeitszeit von derzeit 37 Stunden auf 38 Stunden ohne Lohnausgleich erhöhen und die Möglichkeit von bis zu vier Sonderschichten schaffen. Sie fordere damit einen «hohen Preis» für einen Tarifabschluss, so die Gewerkschaft. Sie verlangt die Rückkehr des Unternehmens in den Flächentarifvertrag für die ostdeutsche Süßwarenindustrie.

Neue Produkte