Messe Biofach BÖLW wegen geringer Anbaufläche alarmiert

Der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln in Deutschland ist erneut gestiegen, aber die Anbaufläche wächst nur verhalten. Deshalb müssen selbst gängige Produkte wie Möhren und Zwiebeln importiert werden. Darauf weist der Branchenverband BÖLW anlässlich der Messe Biofach hin. 

Dienstag, 10. Februar 2026, 11:52 Uhr
Thomas Klaus (mit dpa)
Steigende Nachfrage nach Bio-Produkten: Die führt laut BÖLW dazu, dass das Angebot aus heimischer Produktion zum Teil knapp wird. Bildquelle: Getty Images

Der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln ist in Deutschland im vergangenen Jahr erneut gestiegen. Das bestätigte der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) vor der Messe Biofach in Nürnberg. Die Anbaufläche für Bio-Produkte wächst nach Angaben des Verbands dagegen nur verhalten. Das Plus lag 2025 bei 1,1 Prozent. 

BÖLW-Chefin: Entwicklung äußerst bedauerlich

Die Entwicklung sei „äußerst bedauerlich“, sagte die BÖLW-Vorsitzende Tina Andres. Die steigende Nachfrage führe dazu, dass das Angebot aus heimischer Produktion zum Teil knapp werde. Selbst gängige Feldgemüse wie Möhren und Zwiebeln müssten importiert werden, um den Bedarf zu decken. Auch bei Milch, Butter und Fleisch stiegen die Importe.

Der Handel stelle inzwischen mehr Bio in die Regale, sagte Andres den Angaben zufolge. Es gehe aber noch mehr. „Es gibt Produktgruppen - etwa Kaffee oder Schokolade - da könnten die Geschäfte noch mehr in Bio-Qualität anbieten, denn die Nachfrage ist da“, so die Vorsitzende.

Umsatz von 18,23 Milliarden Euro erzielt

Den Zahlen des BÖLW zufolge gaben die Verbraucher in Deutschland 2025 für Lebensmittel und Getränke 6,7 Prozent mehr aus. Der Umsatz lag bei 18,23 Milliarden Euro. Der Jahresumsatz für 2024 wurde von ursprünglich 16,99 Milliarden Euro auf 17,09 Milliarden Euro korrigiert.

70 Prozent der Umsätze und somit 8,7 Prozent mehr wurden bei Vollsortimentern, Discountern und Drogerien erzielt. 12,76 Milliarden Euro wurden hier erlöst. Das Umsatz-Plus bei den Vollsortimentern betrug 8,6 Prozent. Ihr Marktanteil lag 2025 bei 31 Prozent, während die Discounter auf 28 Prozent kamen; sie hatten ein Wachstum von 6,7 Prozent.

Verband kritisiert fehlende staatliche Förderung

„Es ist eine verpasste Chance für Deutschland, die Umstellung auf Bio nicht stärker zu fördern“, sagte Tina Andres. Die Bio-Lebensmittelwirtschaft schaffe nahezu 400.000 Arbeitsplätze, bringe sichere Lieferketten und Perspektiven für die deutsche Landwirtschaft.

Auf der Weltleitmesse für Bio-Lebensmittel und Naturkosmetik werden von Dienstag bis Freitag Aussteller aus zahlreichen Ländern dem Fachpublikum ihre Neuheiten präsentieren. Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft ist der Spitzenverband für die deutschen Erzeugerbetriebe, verarbeitenden Unternehmen und den Handel von Bio-Lebensmitteln.

Neue Produkte