Die deutsche Zuckererzeugung wird in diesem Jahr deutlich sinken. Die Zuckerunternehmen erwarten eine Produktion von 4,4 Millionen Tonnen, wie die Wirtschaftliche Vereinigung Zucker (WVZ) mitteilte. Dies entspricht einem Rückgang von rund 5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Besonders stark fällt der Rückgang der Anbaufläche für Zuckerrüben aus. Die Landwirte bauen in diesem Jahr auf nur noch 350.000 Hektar Zuckerrüben an. Dies bedeutet laut WVZ einen Rückgang von fast 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Anbaufläche ist damit so niedrig wie zuletzt im Wirtschaftsjahr 2020/21. Auch der Rübenertrag pro Hektar liegt den Angaben zufolge unter dem Vorjahreswert, bleibt aber leicht über dem fünfjährigen Durchschnitt.
Die Zuckerwirtschaft kämpft weiterhin mit erheblichen Problemen durch Pflanzenkrankheiten. Besonders das Syndrom der niedrigen Zuckergehalte (SBR) und die sogenannten Gummirüben (Stolbur) belasten die Erträge. Beide Krankheiten werden durch Schilf-Glasflügelzikaden übertragen und betreffen neben Zuckerrüben auch Kartoffeln und weitere Gemüsekulturen. Die Anbauer berichten von plötzlichen Zusammenbrüchen zuvor gesunder Rübenbestände innerhalb weniger Tage, teilte der Verband mit.
„Die Ergebnisse dieser ersten Schätzung sind mit Vorsicht zu betrachten“, erklärte WVZ-Vorsitzender Stefan Streng in der Mitteilung. Zwar zeigten Notfallzulassungen für Pflanzenschutzmittel Wirkung im Kampf gegen die Zikaden. Dennoch bleibe ungewiss, wie stark sich die Krankheiten auf die Ernteergebnisse auswirken werden. „Diese Pflanzenkrankheiten bleiben eine Bedrohung für die heimische Lebensmittelversorgung, wenn wir nicht handeln“, warnte Streng.
