Getränkeindustrie Rauch und Red Bull planen Dosenwerk in Brandenburg

Die Getränkehersteller Rauch und Red Bull wollen südlich von Berlin ein Aluminiumdosen-Werk bauen und Hunderte Jobs schaffen. Eine Bürgerinitiative sammelte mehr als 25.000 Unterschriften gegen das Projekt. Sie befürchtet, dass die Wasserförderung die Knappheit in der trockenen Region verschärft.

Mittwoch, 05. November 2025, 10:24 Uhr
Theresa Kalmer (mit dpa)
Red Bull will im Süden Brandenburgs ein Dosen-Werk bauen – und trifft auf Protest. Bildquelle: Unsplash

Der Fruchtsäfte-Hersteller Rauch und Red Bull wollen ihre Getränkeproduktion rund 50 Kilometer südlich von Berlin ausbauen und ein eigenes Werk für Aluminiumdosen errichten. Die Pläne stoßen auf Widerstand. Eine Bürgerinitiative befürchtet, dass die Wasserknappheit im trockenen Süden Brandenburgs durch die Wasserförderung für die Getränkeindustrie zunimmt.

Die beiden österreichischen Unternehmen hatten 2023 den Getränkeabfüller Urstromquelle in Baruth/Mark übernommen. Nach eigenen Angaben planen sie nun einen Produktions-Campus und eine Investition in dreistelliger Millionenhöhe. Die Baugenehmigung steht noch aus. Projektkoordinator Björn Hofbauer sagte, ab Mitte 2026 sei der Baubeginn für das Aluminiumdosen-Werk geplant. Die Zahl der Mitarbeiter solle von derzeit 240 auf rund 600 steigen.

Die Initiative „Ressourcenbündnis Baruth“ sammelte mehr als 25.000 Unterschriften für eine Petition gegen die Erweiterungspläne. Die Gruppe will das Verfahren nun juristisch prüfen lassen und bezweifelt, dass Umweltbelange ausreichend berücksichtigt wurden. Die Industrieanlagen liegen im Wasserschutzgebiet. Zudem ist vor Monaten eine Klage einer Privatperson beim Verwaltungsgericht Potsdam eingegangen, um Auskunft über die vereinbarte Wasser-Fördermenge und den Preis zu erhalten.

Rauch und Red Bull versprechen stabilen Wasserverbrauch

Die Unternehmen versicherten, künftig werde nicht mehr Wasser verbraucht als zuvor bei der Brandenburger Urstromquelle. Es dürften pro Tag insgesamt 7.000 Kubikmeter Wasser entnommen werden – je nach Bedarf 500 für die Bevölkerung und bis zu 6.500 für das Werk. „Wir bleiben innerhalb der genehmigten Entnahmemenge und werden sie unterschreiten. Durch neue Produktionsprozesse sind wir effizienter und vermeiden zusätzlichen Frischwasserbedarf“, zitierte die Mitteilung Projektkoordinator Hofbauer. Wie viel Wasser derzeit entnommen wird, wollen die Unternehmen nicht offenlegen.

Peter Ilk, der parteilose Bürgermeister der Kleinstadt mit rund 4.200 Einwohnern, verteidigte die Pläne. Die vereinbarten Wassermengen seien seit Jahren stabil und würden nicht erhöht. Die Versorgung der Bevölkerung habe außerdem immer Vorrang. Ein erhöhtes Risiko der Wasserknappheit und eine Austrocknung der Wälder sieht Ilk nicht. Das Wasser werde aus einer Tiefe von mehr als 50 Metern entnommen. Für den Bau des geplanten Werks müssen rund 17 Hektar Kiefernforst gerodet werden.

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