Verbunden mit Kritik an der NGG Oettinger verlagert Produktion aus Braunschweig

Der Bier- und Getränkehersteller Oettinger will im Frühjahr 2026 die Produktion vom Standort Braunschweig auf Oettingen und Möchengladbach verlagern. CEO Stefan Blaschak (Foto) verbindet die Entscheidung mit heftiger Kritik an der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). 

Montag, 21. Juli 2025, 14:56 Uhr
Thomas Klaus
Überkapazitäten durch gesunkenen Absatz: CEO Stefan Blaschak zieht Konsequenzen. Bildquelle: Oettinger

Der Bier- und Getränkehersteller Oettinger verlagert im Frühjahr 2026 die Produktion vom Standort Braunschweig auf die Werke in Oettingen und Mönchengladbach. Dies teilte das Unternehmen mit. Die Teilschließung betrifft etwa 150 Mitarbeiter in der Herstellung und Abfüllung. Teile der Logistik sowie die Materialwirtschaft bleiben in Braunschweig bestehen.

Absatz auf ein Niveau von vor 20 Jahren gesunken

Als Hauptgrund für die Produktionsverlagerung nennt Oettinger die kontinuierlich sinkende Auslastung der Anlagen. „Seit Jahrzehnten geht der Bierausstoß in Deutschland zurück. Bei Oettinger Getränke ist der Absatz mittlerweile auf ein Niveau von vor über 20 Jahren gesunken“, so CEO Stefan Blaschak. 

Neben dem rückläufigen Bierabsatz kämpft Oettinger nach eigenen Angaben mit steigenden Energie- und Produktionskosten sowie einem veränderten Konsumverhalten. Um diese Herausforderungen zu bewältigen, setzt das Unternehmen verstärkt auf das Exportgeschäft und entwickelt neue Produkte, insbesondere im Bereich der Functional Drinks.

Blaschak: NGG handelt unternehmensschädigend

Die Entscheidung zur Teilschließung des Braunschweiger Werks fällt in eine Zeit laufender Tarifverhandlungen mit der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten. Blaschak kritisierte in diesem Zusammenhang die Forderungen der Gewerkschaft als „völlig realitätsfern und unternehmensschädigend“. Er verwies auf die schwierige Wettbewerbssituation deutscher Mittelständler im globalen Markt. Stefan Blaschak bezeichnete die Entgeltforderungen der NGG als „exorbitant“. Die Verhandlungstaktik sei aggressiv, weil durch die Betriebsräte trotz übervoller Auftragsbücher in einem Saisonbetrieb Mehrarbeit verweigert werde.

Für die betroffenen Mitarbeiter in Braunschweig plant Oettinger, vorbehaltlich der Zustimmung des Betriebsrats, eine Transfergesellschaft. Diese soll den Beschäftigten eine befristete Weiterbeschäftigung zur beruflichen Neuorientierung ermöglichen.

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