Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) fordert die Bundesregierung auf, die angeblich geplanten Kürzungen bei der Bio-Forschung zurückzunehmen. Auf der Mitgliederversammlung des Verbands in Berlin verabschiedeten Vertreter aus Bio-Erzeugung, -Herstellung und -Handel eine entsprechende Resolution.
Mittelkürzung um fast ein Viertel geplant
Konkret geht es um das Bundesprogramm Ökologischer Landbau (BÖL). Das BÖL solle für praxisnahe Forschung sorgen, zum Aufbau regionaler Bio-Wertschöpfungsketten etwa in Öko-Modellregionen beitragen und Wissenslücken bei Bio schließen helfen. Dem BÖLW zufolge fließt „nur ein winziger Bruchteil der öffentlichen Agrarforschungsgelder“ in Bio-Vorhaben. Das sei um ein Mehrfaches weniger als es dem Anteil der Bio-Höfe von 14 Prozent entspreche. Das sei eine „Diskriminierung von Bio in der Forschung“.
Der Bundestag verhandelt zurzeit den Haushalt für 2026. Der Kabinettsentwurf sieht nach Darstellung des Verbandes die Zusammenlegung des BÖL mit anderen Programmen bei gleichzeitiger Kürzung der Mittel um fast ein Viertel auf 54 Millionen Euro vor.
Der BÖLW kritisiert, dass die Bundesregierung die Mittel für die Bio-Forschung ab 2026 kürzen wolle. Dies stehe im Widerspruch zum Koalitionsvertrag, der mehr Öko-Forschung vorsehe. Die Vertreter der Branche fordern, die Bio-Forschung zu stärken und die „Diskriminierung gegenüber der konventionellen Agrarforschung“ zu beenden.
Axt am einzigen Wachstumssegment der Lebensmittelwirtschaft
„Deutschland ist der zweitgrößte Markt für Bio-Lebensmittel der Welt und wichtigster Bio-Standort in Europa. Wenn Union und SPD ausgerechnet beim BÖL kürzen, verspielen sie diesen Innovationsvorsprung Deutschlands und legen die Axt an das derzeit einzige Wachstumssegment der Lebensmittelwirtschaft.“ Das sagte die Vorsitzende Tina Andres.
Nach Angaben des Verbands arbeiten in der Bio-Branche 380.000 Menschen. Die Resolution trägt den Titel „Kein Kahlschlag bei Bio! Innovation und Information gemäß Koalitionsvertrag stärken/Diskriminierung beenden“.
