Der Kakaopreis bewegt sich im langfristigen Vergleich weiterhin auf einem sehr hohen Niveau. Das stellt BDSI-Hauptgeschäftsführer Dr. Carsten Bernoth fest. Das wirtschaftliche Umfeld für die deutsche Süßwarenindustrie sei komplexer und instabiler als je zuvor. Insbesondere bei den Preisen für Kakao, dem wichtigsten Rohstoff für Schokolade, sei kaum Entspannung zu erkennen. Aktuell habe der zwar etwas nachgegeben, liege aber immer noch doppelt bis dreimal so hoch wie noch vor drei Jahren. Auch die Verfügbarkeit von bestimmten Kakaoqualitäten sei teilweise ein Problem, so Bernoth.
Auch Mandeln und Haselnüsse bereiten Sorgen
Der BDSI verweist in diesem Zusammenhang unter anderem auf schlechte Ernten, Pflanzenkrankheiten und überalterte Baumbestände in den Hauptanbauländern Côte d'Ivoire und Ghana in Westafrika. Durch den weltweiten Klimawandel würden die Abstände zwischen Extremwetterereignissen, die Ernten stark reduzieren könnten, immer kürzer. Dies mache auch künftige Kakao-Ernten deutlich unsicherer und weniger planbar als in der Vergangenheit, erläutert Bernoth.
Nicht nur beim Kakao, sondern auch bei Mandeln und Haselnüssen bereiten die starken Preissteigerungen dem BDSI Sorgen. Rohstoffpreisentwicklungen können Auswirkungen auf die Endverbraucherpreise einzelner Produkte haben, kommen grundsätzlich jedoch aufgrund der komplexen Lieferkette immer mit zeitlichem Versatz im Lebensmitteleinzelhandel an.
Mitglieder berichten von angespannter wirtschaftlicher Lage
Die über 200 Hersteller von Süßwaren und Knabberartikeln, die Mitglied im BDSI sind, berichten in einer aktuellen Umfrage von einer angespannten wirtschaftlichen Lage, bedingt durch anhaltende geopolitische Unsicherheiten, deutliche Kostensteigerungen und ausufernde bürokratische Anforderungen. Das sind die zentralen Ergebnisse der jüngsten BDSI-Konjunkturumfrage unter seinen Mitgliedsunternehmen. Die größten Kostentreiber sind laut Einschätzung der Betriebe die gestiegenen Personalkosten (90 Prozent) sowie die Preisanstiege bei Rohstoffen (80 Prozent). Hinzu kommen Belastungen durch Energiepreise (40 Prozent) und Logistikkosten (32 Prozent).