Ausländische Unternehmen haben ihre Investitionen in Deutschland deutlich gesteigert. Von Januar bis Juli 2025 flossen 334 Milliarden Euro Kapital nach Deutschland, wie das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) auf Basis von Bundesbank-Zahlen mitteilte. Dies entspricht mehr als dem Zweieinhalbfachen des Durchschnitts der vergangenen zehn Jahre.
Die Direktinvestitionen ausländischer Unternehmen stiegen in den ersten sieben Monaten dieses Jahres auf rund 68 Milliarden Euro, teilte das IW mit. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres lagen diese noch bei knapp 49 Milliarden Euro. Deutsche Firmen investierten im Ausland ebenfalls mehr: Ihre Investitionen wuchsen von 52 Milliarden Euro im ersten Halbjahr 2024 auf 76 Milliarden Euro im gleichen Zeitraum 2025.
Das IW führt die gestiegenen ausländischen Investitionen auf die politische und wirtschaftliche Stabilität Deutschlands zurück. Während China unter wachsender Unsicherheit leide, die USA durch Donald Trump für Irritationen sorge und Frankreich sowie Großbritannien mit wirtschaftlichen Problemen kämpften, erscheine Deutschland trotz Stagnation vergleichsweise stabil.
IW warnt vor zu hohen Standortkosten
Die Rechtssicherheit und die zentrale Lage in Europa zählen nach Einschätzung des IW zu den Stärken des Standorts. Auch die Innovationslandschaft und gut ausgebildete Fachkräfte sprächen für Deutschland. Das Institut warnt jedoch vor einer vorschnellen Interpretation der Zahlen. Direktinvestitionen schwankten stark und seien häufig längerfristig geplant.
Die hohen Lohnstückkosten belasten nach Ansicht des IW weiterhin den Standort Deutschland. „Um die positive Entwicklung zu verstetigen, muss die Bundesregierung vor allem die Kosten für die Unternehmen senken“, teilte das arbeitgebernahe Institut mit. Dazu gehörten niedrigere Energiekosten, weniger Bürokratie und eine Reform des Sozialstaats.
