Agrarforschung KI soll Äpfel vor Sonnenbrand schützen

Potsdamer Forscher entwickeln ein KI-gestütztes Frühwarnsystem gegen Hitzeschäden bei Äpfeln. Das System nutzt Laserscanner und Wärmebildkameras zur Erstellung von 3D-Temperaturkarten. Eine erste Version einer App liegt bereits vor.

Freitag, 22. August 2025, 09:19 Uhr
Theresa Kalmer (mit dpa)
Wasser, Netze, Sand – Bauern kämpfen mit verschiedenen Mitteln gegen Sonnenbrand bei Äpfeln, der teils große Ernte-Einbußen bringt. Bildquelle: Getty Images

Das Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie in Potsdam entwickelt ein KI-gestütztes Frühwarnsystem gegen Sonnenbrand bei Äpfeln. Das System soll Obstbauern künftig dabei helfen, Hitzeschäden an den Früchten rechtzeitig zu erkennen und zu vermeiden, wie das Institut mitteilte.

Sonnenbrand führt bei Äpfeln zu braunen Flecken und welkenden Früchten. Betroffene Äpfel lassen sich in der Regel nicht mehr im Handel verkaufen. Im Jahr 2022 verzeichneten die Obstbauern besonders große Schäden. Angesichts des Klimawandels fürchten die Landwirte ein wachsendes Risiko durch Hitzewellen, wie Joerk Hilbers, Geschäftsführer der Bundesfachgruppe Obstbau, der Nachrichtenagentur dpa sagte.

Das neue System nutzt Laserscanner und Wärmebildkameras, die an den Pflanzenreihen entlangfahren und präzise 3D-Temperaturkarten der Früchte erstellen. Die verantwortliche Wissenschaftlerin Manuela Zude-Sasse und ihr Team haben zudem einen Index entwickelt, der Informationen über den Wasserzustand der Früchte liefert. Eine erste Version einer App, die Wetterprognosen und Messdaten kombiniert, liegt bereits vor. „Wir haben einen Anfang gemacht“, sagte Zude-Sasse.

Obstbauern setzen auf Beregnung und Schutznetze

Bislang schützen Obstbauern ihre Plantagen vor allem durch Beregnung und Hagelschutznetze vor Hitzeschäden. Nach Angaben von Hilbers werden in Deutschland auf rund 33.000 Hektar Äpfel angebaut. Etwa 6.000 bis 7.000 Hektar davon verfügen über Beregnungsanlagen. Die Wissenschaftler wollen mit ihrem System einen gezielteren und ressourcenschonenderen Schutz ermöglichen, etwa durch Wassernebel oder feine Sandpartikel.

Thomas Bröcker vom Gartenbauverband Berlin-Brandenburg steht dem Nutzen des Modells in der Praxis zwar skeptisch gegenüber. „Aber Sonnenbrand ist ein Problem, das größer wird“, zitierte die dpa den Experten. Der Deutsche Bauernverband betonte, wichtig sei vor allem die Benutzerfreundlichkeit und Zuverlässigkeit solcher Anwendungen.

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