Klimawandel Deutsche Obstbauern setzen auf Aprikosen und Pfirsiche

Der Klimawandel ermöglicht deutschen Obstbauern den Anbau südländischer Früchte. Im Alten Land wachsen Aprikosen und Pfirsiche bereits auf 15 Hektar. Gegen die günstige Importware aus Südeuropa und Nordafrika können die heimischen Erzeuger aber nur schwer konkurrieren.

Montag, 28. Juli 2025, 09:00 Uhr
Theresa Kalmer (mit dpa)
Aprikosen, Pfirsiche und Nektarinen: Die Landwirte in Deutschland reagieren auf das mildere Klima und setzen mehr und mehr auf exotische Früchte. Bildquelle: Getty Images

Die Obstbauern in Deutschland bauen zunehmend südländische Früchte wie Aprikosen, Pfirsiche und Nektarinen an. Der Klimawandel macht den Anbau dieser Früchte auch in nördlichen Regionen möglich, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet. Allerdings bleiben die Südfrüchte eine Nische – vor allem wegen der Konkurrenz durch günstigere Importware.

Vegetation heutzutage 14 Tage früher

Im Alten Land, dem größten zusammenhängenden Obstanbaugebiet Deutschlands zwischen Cuxhaven und Hamburg, wachsen auf 15 von insgesamt 10.000 Hektar Obstanbaufläche inzwischen Aprikosen, Pfirsiche und Nektarinen. Das weiß Claus Schliecker, Vorsitzender der Landesfachgruppe Obstbau Niedersachsen. Die Vegetation beginne im Jahresvergleich 14 Tage früher, da starke Fröste im Winter ausblieben.

„Je südlicher, desto intensiver werden Südfrüchte angebaut“, erläutert Jörg Hilbers, Geschäftsführer der Bundesfachgruppe Obstbau. Besonders in Baden-Württemberg und der Pfalz spielten Aprikosen eine wichtige Rolle. Überall dort, wo Wein angebaut werde, gebe es seit Jahrzehnten auch Aprikosen und Pfirsiche.

Obstbauern kämpfen mit Preisdruck aus dem Ausland

Die deutschen Obstbauern können ihre Früchte allerdings nur schwer absetzen. „Im großen Einzelhandel haben wir keine Chance, die Preisdifferenz zum Kilo aus Spanien oder der Türkei beträgt bis zu drei Euro“, berichtet Schliecker. Die hohen Produktionskosten, Umweltstandards und der Mindestlohn verteuerten die inländische Ware. In Spanien und Portugal liege der Stundenlohn zwischen sechs und acht Euro, in Marokko bei sieben Euro am Tag.

Die Landwirte setzen deshalb vor allem auf die Direktvermarktung und den Verkauf an Feinkostgeschäfte. Um den Anbau wirtschaftlicher zu gestalten, wachsen die Früchte teilweise unter Folientunneln. Diese schützen die Pflanzen vor zu viel Regen oder Sonne. An den Seiten angebrachte Netze halten Insekten fern. 

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