Ferrero bekommt in Deutschland einen neuen Chef. So hat es das Unternehmen der Lebensmittel Praxis bestätigt. Matteo Bertolucci soll demnach zum 1. September die Leitung der deutschen Ferrero-Gesellschaft übernehmen. Der 49-Jährige folgt auf Carlo Vassallo, der nach 16 Jahren als Landeschef seinen Posten räumt. Er wird Generalsekretär der Familienstiftung. Deutschland-Chef war er seit Januar 2010.
Bertolucci mit großem Erfahrungsschatz
Bertolucci verfügt über umfangreiche internationale Erfahrung. Vor seinem Einstieg bei Ferrero im Jahr 2013 arbeitete er für die Beratungsunternehmen Kearney, Booz & Company und Accenture. Bei Ferrero hatte er zuletzt verschiedene Führungspositionen inne. So leitete er das Geschäft in Israel. Seit September 2023 verantwortet er die Region Afrika und Naher Osten. Bertolucci war bereits in 15 Ländern tätig.
Der Führungswechsel erfolgt in einer herausfordernden Zeit für Ferrero in Deutschland. Das Land gilt als umsatz- und ertragsstärkster Markt für den Konzern. Der geschätzte Erlös betrug 2024 hierzulande etwa 3,1 Milliarden Euro. Weltweit erzielte die Ferrero-Gruppe im Geschätsjahr 2023/2024, das bis zum 31. August 2024 lief, einen Umsatz von 18,4 Milliarden Euro.
Belegschaft in konzernweiter Umbruchphase führen
Allerdings steht das Geschäft unter Druck: Zum Beispiel führten mehrere Preiserhöhungen infolge gestiegener Kakaopreise zu Absatzrückgängen bei Schokolade. Der neue Chef hätte die Aufgabe, die Entwicklung von Umsatz und Marge auszubalancieren. Zudem müsste er die Belegschaft in einer Umbruchphase führen, in der Ferrero konzernweit seine internen Strukturen verändert.
Das Unternehmen will künftig schneller und flexibler am Markt agieren. Das Wachstum in Bereichen wie gesunde Snacks, Gebäck und Eis soll sich beschleunigen.
