Die Preise für Grillprodukte stiegen in den ersten beiden Juliwochen 2025 deutlich. Dies teilte die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft in Bonn mit. Demnach erhöhten Discounter die Durchschnittspreise für eine 400-Gramm-Packung Minutensteak von 3,49 Euro auf 3,79 Euro. Auch andere Fleischprodukte verteuerten sich.
Rinderhackfleisch legte um mehr als 68 Prozent zu
Die grobe Bratwurst vom Schwein kostete laut AMI-Experte Thomas Els im gleichen Zeitraum 2,89 Euro je 400-Gramm-Packung, 30 Cent mehr als zuvor. Eine 550-Gramm-Packung Hähnchenschnitzel verteuerte sich Anfang Juli ebenfalls um 30 Cent auf 6,26 Euro.
Diese aktuellen Preissteigerungen setzen einen längerfristigen Trend fort. Das Statistische Bundesamt meldete: Die Preise für Fleisch und Fleischwaren lagen im Juni 2025 durchschnittlich 31,7 Prozent höher als 2020. Besonders stark verteuerte sich in diesem Zeitraum Geflügel mit einem Plus von 45 Prozent, während Rinderhackfleisch sogar um mehr als 68 Prozent zulegte.
Verschiedene Faktoren für Preisanstieg
Steffen Reiter, Hauptgeschäftsführer des Verbands der Fleischwirtschaft, führt die Preisentwicklung auf verschiedene Faktoren zurück. Neben der allgemeinen Inflation nennt er die Energiepolitik, gestiegene Futtermittelkosten und höhere Löhne als preistreibende Elemente.
Trotz der jüngsten Preisanstiege schwächte sich die Teuerung bei vielen Lebensmitteln zuletzt ab. Bei einigen Fleischsorten fielen die Zuwächse im Jahresvergleich moderat aus. So kostete Geflügel im Juni 2025 durchschnittlich 3,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, Schweinefleisch verteuerte sich um 3,9 Prozent. Rindfleisch hingegen verzeichnete kräftigere Preisanstiege, mit Aufschlägen von knapp 9 Prozent bei Rouladen und Lenden sowie 17 Prozent bei Rinderhackfleisch.
Geflügelfleisch wird immer beliebter
Die Entwicklung spiegelt sich auch in veränderten Konsumgewohnheiten wider. Während die Nachfrage nach Rindfleisch aufgrund sinkender Bestände zurückgeht, wird Geflügelfleisch beliebter. Laut Zahlen des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft stieg der Pro-Kopf-Verbrauch von Geflügelfleisch 2024. Wolfgang Schleicher, Geschäftsführer des Zentralverbands der Deutschen Geflügelwirtschaft, bestätigt diesen Trend auch für das erste Quartal 2025.
Schlachtpreis bei Schweinen liegt unter kalkulierten Vollkosten
Für Schweinehalter gestaltet sich die Situation derzeit schwierig. Klaus Kessing, Marktexperte bei der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN), berichtet von einem deutlichen Rückgang der Erzeugerpreise Anfang Juli. Der Schlachtpreis sank um 15 Cent auf 1,95 Euro pro Kilo Schlachtgewicht. Das liegt unter den von Kessing kalkulierten Vollkosten von etwa 2,10 Euro. Angesichts dieser Entwicklung und bevorstehender Investitionen erwägt ein erheblicher Teil der Landwirte den Ausstieg aus der Schweinehaltung.
