Mecklenburg-Vorpommern Ernährungswirtschaft kämpft mit großen Problemen

Die Ernährungswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern leidet massiv unter Kaufzurückhaltung, Kostenbelastungen und Fachkräftemangel. Das beklagt Tobias Blömer, Vorsitzender der Agrar-Marketinggesellschaft MV. Nur noch 20 Prozent der Unternehmen bewerten ihre Lage als gut. 

Montag, 21. Juli 2025, 10:30 Uhr
Thomas Klaus
Gedämpfte Konsumlaune und weitere Herausforderungen: Die Ernährungswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern durchlebt gegenwärtig schwierige Zeiten. Bildquelle: Getty Images

Die Ernährungswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern kämpft mit massiven Problemen. Nach Angaben der Agrar-Marketinggesellschaft MV bewerten in einer Branchenumfrage nur noch 20 Prozent der beteiligten Unternehmen ihre Lage als gut. Jeder zweite Betrieb verzeichnet demnach Verschlechterungen gegenüber dem Vorjahr.

Am Dienstag wollen Vertreter der Branche beim 8. Norddeutschen Ernährungsgipfel in Warnemünde über Auswege aus der schwierigen Lage beraten. Dazu werden 180 Vertreter der Ernährungswirtschaft erwartet.

Deutliche Kaufzurückhaltung seit Herbst 2024

„Und das, obwohl die Krisen der vergangenen Jahre als auch die aktuellen Konflikte zeigen, wie wichtig die regionale Lebensmittelproduktion für die Versorgung der Bevölkerung ist“, fügte Vorsitzender Tobias Blömer von der Agrar-Marketinggesellschaft MV hinzu.

Die Branche beschäftigt nach Verbandsangaben in Mecklenburg-Vorpommern rund 14.500 Menschen und erzielt Umsätze von etwa 4,5 Milliarden Euro im Jahr. Sie leidet unter verschiedenen Problemen. Seit Herbst 2024 registrieren die Unternehmen eine deutliche Kaufzurückhaltung. Das betrifft sowohl den Lebensmitteleinzelhandel als auch Bestellungen aus Gastronomie, Tourismus und von anderen Großverbrauchern.

Offene Stellen vor allem auf dem Land unbesetzt

Zudem verschärft sich der Fachkräftemangel. Offene Stellen bleiben häufiger unbesetzt, besonders in ländlichen Regionen. Blömer zufolge wandern Mitarbeiter verstärkt in andere Branchen oder Regionen ab. Die Unternehmen können gestiegene Energie- und Lohnkosten angesichts der angespannten Finanzlage vieler Familien nur teilweise oder gar nicht weitergeben. Ebenfalls kritisiert werden die beschlossenen Mindestlohnerhöhungen und die aufwändigen Dokumentationspflichten.

Branche braucht verlässliche Rahmenbedingungen

Tobias Blömer fordert mehr Unterstützung durch die Politik und einen spürbaren Abbau von Bürokratie. „Unsere Unternehmen brauchen keine politischen Absichtserklärungen mehr, sondern konkrete, verlässliche Rahmenbedingungen, um weiterhin wirtschaftlich arbeiten zu können“, betonte er. Ohne vereinfachte Verwaltung, gezielte Fördermaßnahmen und den Schutz vor Importen mit geringeren Standards drohe vielen Betrieben das Aus.

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