Tierseuchen-Warnung Rinderkrankheit LSD bedroht deutsche Landwirtschaft

Das Friedrich-Loeffler-Institut warnt vor einem möglichen Ausbruch der Rinderkrankheit Lumpy Skin Disease (LSD) in Deutschland. Diese durch Insekten übertragene Viruserkrankung kann erhebliche Schäden verursachen. Experten rufen zu Präventionsmaßnahmen auf.

Freitag, 04. Juli 2025, 09:52 Uhr
Thomas Klaus (mit dpa)
Was kommt da auf die Landwirtschaft zu? Nachdem die Blauzungenkrankheit eingedämmt werden konnte, warnt eine staatliche Behörde nun vor einer neuen bedrohlichen Seuche. Bildquelle: Informationsbüro Bayerisches Rindfleisch g.g.A.

Das Friedrich-Loeffler-Institut warnt vor einem möglichen Ausbruch der Rinderkrankheit „Lumpy Skin Disease“ (LSD) in Deutschland. Anlass sind jüngste Fälle in Frankreich und Italien. Darüber informiert das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit. 

Höhere Temperaturen begünstigen Ausbreitung

LSD ist eine Viruserkrankung, die ausschließlich Rinder, Zebus und Büffel betrifft. Menschen können sich nach dem bisherigen Stand der Wissenschaft nicht infizieren. Das Virus überträgt sich laut Institut hauptsächlich durch stechende Insekten wie Bremsen und Stechfliegen. Höhere Temperaturen begünstigen die Ausbreitung.

Milchleistung geht häufig stark zurück

Die Krankheit kann die Tiere schwer gesundheitlich beeinträchtigen. Typische Symptome sind plötzliches Fieber, knotige Hautveränderungen, geschwollene Lymphknoten sowie Nasen- und Augenausfluss. Außerdem geht die Milchleistung häufig zurück. „Maßnahmen zur Verhinderung einer Einschleppung, aber auch zur Früherkennung durch Abklärungsuntersuchungen müssen daher weiter verstärkt werden“, appelliert das Institut. 

Auch Handelsbeschränkungen könnten drohen

Für die Landwirtschaft kann LSD erhebliche wirtschaftliche Verluste verursachen. Neben Tierverlusten und Produktionsausfällen drohen auch Handelsbeschränkungen. Das Institut ruft Tierhalter und Tierärzte zu besonderer Wachsamkeit auf. „Bei Verdacht auf LSD sollte umgehend das zuständige Veterinäramt informiert werden, um eine rasche Untersuchung und gegebenenfalls notwendige Maßnahmen einzuleiten“, so das Institut.

In Afrika und im Nahen Osten schon länger verbreitet

Die Rinderkrankheit breitet sich dem Institut zufolge seit einigen Jahren zunehmend in Europa und Südostasien aus. In Afrika und im Nahen Osten ist sie schon länger verbreitet.

Rinderbauern kämpfen in den letzten Jahren bereits mit der Blauzungenkrankheit, die ebenfalls erhebliche wirtschaftliche Folgen hat. Zur Eindämmung der Auswirkungen empfiehlt das Institut eine möglichst flächendeckende Impfung gegen die Blauzungenkrankheit.

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