Der Spirituosenmarkt in Deutschland ist im Jahr 2024 geschrumpft. Der Pro-Kopf-Konsum sank um 2 Prozent auf 5,0 Liter, wie der Bundesverband der Deutschen Spirituosen-Industrie und -Importeure (BSI) mitteilte. Der Absatz im Lebensmitteleinzelhandel ging um 2,4 Prozent zurück,. Der Umsatz verringerte sich um 1,3 Prozent auf 4,9 Milliarden Euro.
Deutschland bleibt größter Markt in der EU
Die Käuferreichweite von Spirituosen sank ebenfalls. Laut der Mitteilung kauften im vergangenen Jahr 63 Prozent aller Haushalte mindestens einmal Spirituosen. Der Rückgang betraf besonders jüngere Haushalte. Trotz der rückläufigen Entwicklung bleibt Deutschland mit einem Anteil von etwa 8 Prozent der größte Spirituosenmarkt in der Europäischen Union. Insgesamt wurden 2024 rund 680 Millionen Flaschen à 0,7 Liter auf dem deutschen Markt angeboten.
Im internationalen Vergleich des Pro-Kopf-Konsums lag Deutschland 2023 auf Platz 57 – hinter Ländern wie Südkorea, Belarus, Estland, Lettland und Bulgarien. Der Gesamtverbrauch alkoholischer Getränke, zu dem neben Spirituosen auch Bier, Wein und Sekt zählen, sank 2024 um 1,5 Prozent auf 115,1 Liter pro Kopf.
BSI-Präsident Ernst warnt vor Stagnation
Die Branche sieht sich mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert. „Die deutsche Wirtschaft wird 2025 im dritten Jahr in Folge in einer Stagnation verharren“, erklärte BSI-Präsident Thomas Ernst. Inflation, Bürokratie, Fachkräftemangel und hohe Energiekosten belasteten die Branche. Zusätzliche Unsicherheit schaffe die neue US-Administration mit möglichen protektionistischen Maßnahmen.
Zu den wenigen Gewinnern im Spirituosenmarkt zählten 2024 unter anderem Aperitifs, Liköre, klare Spirituosen, Anis, Calvados, Doppelkümmel und Wacholder. Die größten Marktanteile entfielen auf Liköre, klare Spirituosen und Whiskys.