Insolvenzstatistik Mai Gläubigerforderungen gegen Pleitefirmen steigen stark

Im ersten Quartal sind die Unternehmenspleiten laut Statistischem Bundesamt um 13,1 Prozent gestiegen. Die Gläubigerforderungen haben sich dabei auf 19,9 Milliarden Euro fast verdoppelt. Im Mai gab es allerdings einen leichten Rückgang der Regelinsolvenzen.

Freitag, 13. Juni 2025, 12:23 Uhr
Manuel Glasfort
Die Wirtschaft in Deutschland läuft seit Jahren schlecht, was sich auch in einer steigenden Zahl von Unternehmensinsolvenzen zeigt. Bildquelle: Getty Images

Die Zahl der beantragten Regelinsolvenzen in Deutschland ist im Mai 2025 erstmals seit über zwei Jahren gesunken. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, ging die Zahl im Vergleich zum Vorjahresmonat um 0,7 Prozent zurück. Dies war der erste Rückgang seit März 2023. Unter Regelinsolvenzen versteht man das allgemeine Insolvenzverfahren des deutschen Rechts.

Forderungen der Gläubiger stiegen deutlich

Die Entwicklung bei den Unternehmensinsolvenzen bleibt jedoch angespannt. Im ersten Quartal 2025 meldeten die Amtsgerichte 5.891 beantragte Unternehmensinsolvenzen – ein Plus von 13,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, wie das Bundesamt mitteilte. Die Forderungen der Gläubiger stiegen dabei deutlich von 11,3 Milliarden Euro im ersten Quartal 2024 auf 19,9 Milliarden Euro.

Logistikbranche stark von Pleiten betroffen

Besonders stark betroffen war die Logistikbranche. Im Bereich Verkehr und Lagerei gab es mit 29,4 Fällen je 10.000 Unternehmen die meisten Insolvenzen. Es folgten die Zeitarbeitsbranche und andere wirtschaftliche Dienstleister mit 26,1 Fällen sowie das Baugewerbe mit 25,4 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen. Im Durchschnitt aller Branchen lag die Insolvenzhäufigkeit bei 17,0 Fällen.

Auch bei den Verbraucherinsolvenzen setzte sich der Aufwärtstrend fort. Die Zahl stieg im ersten Quartal 2025 um 6,3 Prozent auf 18.573 Fälle, wie das Bundesamt den Angaben zufolge ermittelte. Das Amt wies darauf hin, dass die Statistik nur Geschäftsaufgaben im Zuge eines Insolvenzverfahrens erfasst, nicht jedoch Schließungen aus anderen Gründen.

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