Das Schlachtunternehmen Tönnies und das Land Nordrhein-Westfalen haben einen jahrelangen Rechtsstreit um Corona-Entschädigungszahlungen beigelegt. Das Land zahlt 3,2 Millionen Euro in einen Sozialfonds ein. Im Gegenzug beendet Tönnies sämtliche noch offenen Gerichtsverfahren gegen das Land, die Städte Rheda-Wiedenbrück und Gütersloh sowie den Kreis Gütersloh. Das Unternehmen firmiert seit Kurzem unter dem Namen Premium Food Group.
Große Vielfalt bei den förderwürdigen Projekten
Der Streit reicht zurück in das Frühjahr 2020. Damals hatten die Behörden den Schlachtbetrieb in Rheda-Wiedenbrück vorübergehend geschlossen. Nach der Wiederaufnahme des Betriebs ordneten die Behörden umfangreiche Quarantänemaßnahmen für die rund 8.000 Beschäftigten an. Umstritten war, wer für die Entschädigung beim Verdienstausfall aufkommen musste, wenn die Arbeiter zu Hause bleiben mussten.
Das Geld aus dem sogenannten OWL-Corona-Sozialfonds soll nun Projekten zugutekommen, die sich um Beschäftigte und deren Familien aus der Fleischindustrie kümmern. Die Projekte können sich um Fördersummen zwischen 20.000 und 300.000 Euro bewerben. Die Laufzeit der Projekte beträgt in der Regel drei Jahre. Dabei kann es um Sprachkurse, Hilfe bei der Wohnungssuche oder Integrationsarbeit gehen.
„Die außergerichtliche Einigung mit dem Land NRW ermöglicht es allen Beteiligten einen Schlussstrich unter das Thema zu setzen“, so Max Tönnies aus dem Management. Rund 40 Vertreter verschiedener sozialer Einrichtungen und Träger von Hilfsprojekten kamen zu einer Informationsveranstaltung in die Firmenzentrale nach Rheda-Wiedenbrück.
