Tarifkonflikt eskaliert Warnstreiks in norddeutschen Brauereien ausgeweitet

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) ruft zu erneuten Warnstreiks in norddeutschen Brauereien auf. In Hamburg und Lübz sollen die Arbeitsniederlegungen sogar 48 Stunden dauern. Die Fronten zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaft sind verhärtet.

Mittwoch, 11. Juni 2025, 10:00 Uhr
Thomas Klaus (mit dpa)
Zugespitzte Fronten im Tarifkonflikt: Die Gewerkschaft NGG lässt die Muskeln spielen. Bildquelle: Getty Images

Die Gewerkschaft NGG ruft erneut zu Warnstreiks in norddeutschen Brauereien auf. Laut einer Mitteilung der NGG sollen die Arbeitsniederlegungen in Jever 24 Stunden und in Hamburg sowie Lübz sogar 48 Stunden dauern.

Bereits Ende Mai wurde gestreikt

Der Ausstand betrifft die Carlsberg-Brauerei in Hamburg, die auch Biere der Marken Holsten und Astra herstellt, die Brauerei Lübz in Mecklenburg-Vorpommern und das Friesische Brauhaus zu Jever in Niedersachsen. Die Warnstreiks begannen nach Angaben der Gewerkschaft in allen Standorten mit der Frühschicht um 6 Uhr. 

Ende Mai streikten die Beschäftigten in den norddeutschen Brauereien bereits 24 Stunden lang. Diese Arbeitsniederlegungen wirkten sich nach Unternehmensangaben nicht wesentlich auf die Produktion aus. „Da die Botschaft der ersten Streiks offensichtlich nicht klar war, müssen wir wohl deutlicher werden“, erklärte der NGG-Landesbezirksvorsitzende Finn Petersen.

NGG: So verhärtete Fronten gab es noch nie

Die Gewerkschaft verlangt für die Beschäftigten der Nord-Brauereien 6 Prozent mehr Lohn und Gehalt bei einer Laufzeit von einem Jahr. Die Arbeitgeber boten der NGG zufolge zuletzt eine Erhöhung in zwei Stufen um insgesamt 3,7 Prozent an, bei einer Laufzeit bis Ende 2026.

In Jever, wo ein eigener Haustarif gilt, fordert die NGG 7 Prozent mehr Geld auf ein Jahr. Das Unternehmen bietet dort nach Gewerkschaftsangaben 4,2 Prozent in zwei Stufen, verteilt auf zwei Jahre.

„So verhärtete Fronten gab es hier noch nie“, sagte die NGG-Verhandlungsführerin in der Jever-Tarifrunde, Johanna Waldeck. Trotz Annäherungen beider Seiten kam es bisher zu keiner Einigung. Die Gewerkschaft hofft nun auf einen Abschluss im Juli.

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