Zuckermarkt unter Druck Nordzucker verzeichnet starken Gewinneinbruch

Der Zuckerhersteller Nordzucker meldet einen Rückgang des operativen Ergebnisses von 421 auf 100 Millionen Euro. Grund sind stark gefallene Zuckerpreise in Europa. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet das Unternehmen sogar rote Zahlen.

Mittwoch, 28. Mai 2025, 11:00 Uhr
Manuel Glasfort
Nordzucker betreibt mehrere Standorte in Norddeutschland, außerdem in Skandinavien, Osteuropa und Australien. Bildquelle: Nordzucker

Der Zuckerhersteller Nordzucker hat im Geschäftsjahr 2024/25 einen deutlichen Gewinneinbruch verzeichnet. Das operative Ergebnis (EBIT) sank von 421 Millionen Euro auf 100 Millionen Euro, wie das Unternehmen mitteilte. Der Umsatz ging von 2,923 Milliarden Euro auf 2,770 Milliarden Euro zurück.

Hauptgrund für den Rückgang waren nach Unternehmensangaben stark gefallene Zuckerpreise in Europa. „Aufgrund der sehr umfangreichen Rübenernten und der daraus resultierenden großen produzierten Zuckermenge ist der Zuckerpreis in Europa gefallen – deutlich stärker als ursprünglich erwartet“, erklärte Vorstandschef Lars Gorissen bei der Vorstellung der Jahresbilanz in Braunschweig. Auch eine verhaltene Verbrauchernachfrage und Zuckerimporte aus der Ukraine hätten sich negativ ausgewirkt.

Der Jahresüberschuss vor Fremdanteilen sank von 326 Millionen Euro auf 84 Millionen Euro. Die EBIT-Gewinnmarge ging von 14,4 Prozent auf 3,6 Prozent zurück. Die australische Tochter Mackay Sugar steuerte 14 Millionen Euro zum operativen Ergebnis bei. Nordzucker will den Aktionären eine Dividende von 0,40 Euro je Aktie vorschlagen.

„In den ersten Monaten profitierte Nordzucker noch von hohen Verkaufspreisen, ab Oktober 2024 entwickelte sich das operative Ergebnis hingegen wie erwartet rückläufig“, sagte Alexander Bott, Chief Financial Officer bei Nordzucker. „Aufgrund unserer wettbewerbsfähigen Kostenstruktur und unserer guten Marktpositionierung, insbesondere in Skandinavien, sowie aufgrund des guten Ergebnisbeitrags unserer australischen Aktivitäten bei Mackay Sugar Ltd. können wir für das Geschäftsjahr 2024/25 ein positives Ergebnis präsentieren“, so Bott. Neben der Marktentwicklung belasteten weiter hohe Rohstoff- und Logistikkosten sowie Sondereffekte das operative Ergebnis.

Nordzucker plant Kostensenkungen von 100 Millionen Euro

Für das laufende Geschäftsjahr 2025/26 rechnet Nordzucker mit einem negativen Ergebnis im unteren zweistelligen Millionenbereich. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben bereits Kostenoptimierungen gestartet und will die Ausgaben um mehr als 100 Millionen Euro senken. Die Rübenanbaufläche wurde reduziert, um den Markt zu entlasten.

Die Zuckerpreise stabilisieren sich nach Einschätzung des Unternehmens aktuell auf niedrigem Niveau. „Die preisliche Talsohle sehen wir bereits als durchschritten an“, sagte Vorstand Alexander Godow. Mit spürbaren Preissteigerungen rechnet Nordzucker aber erst ab Oktober 2025.

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