Der Deutsche Tee und Kräutertee Verband kritisiert die strengen EU-Auflagen für Pflanzenschutzmittel beim Teeanbau. Die Grenzwerte im Mikro- oder Nanogrammbereich führten dazu, dass die EU als Handelspartner für Erzeugerländer in Asien und Afrika an Attraktivität verliere, teilte der Verband mit.
Deutsche Teeunternehmen investieren nach Angaben des Verbands jährlich einen zweistelligen Millionenbetrag in die Analyse von Pflanzenschutzmitteln. Die gesetzlichen Anforderungen würden dabei in hohem Maße erfüllt, wie sowohl die von den Unternehmen veranlassten Kontrollen als auch Tests von Verbraucherschutzorganisationen zeigten. „Wir fordern eine realistische Unterscheidung zwischen notwendigem Verbraucherschutz und praxisfernen Rückstandshöchstgehalten von Pflanzenschutzmitteln in unseren Rohwaren“, zitierte der Verband seinen Chef Frank Schübel.
Großteil der Teeproduktion bleibt in Erzeugerländern
Die Bedeutung der EU als Absatzmarkt für Tee ist gering. Von den weltweit fast 6,5 Millionen Tonnen Tee im Jahr 2022 gingen lediglich knapp 172.000 Tonnen oder 2,65 Prozent in die EU, wie der Verband mitteilte. Nach Deutschland gelangten davon rund 51.000 Tonnen. Fast 72 Prozent der weltweiten Teeproduktion verblieben in den Erzeugerländern.
Der Verband räumte ein, dass auf Teeplantagen oft Hungerlöhne bezahlt würden. Die Einflussmöglichkeiten der deutschen Teeunternehmen seien aber begrenzt, da viele Löhne in den Anbauländern staatlich oder gewerkschaftlich reguliert seien. Mit einem Einkaufsvolumen von weniger als einem Prozent etwa für Tee aus Indien könnten die deutschen Unternehmen von ihren Lieferanten keine Anpassung der Produktionsbedingungen verlangen. „Uns ist es wichtig, mit den Behörden zu dieser Frage im Dialog zu sein“, sagte Schübel. Dieser werde jedoch oft seitens Brüssel nicht mehr zugelassen.
