Bierrohstoff unter Druck Deutsche Hopfenernte schrumpft spürbar

Die deutschen Hopfenbauern haben 2025 nur 43.141 Tonnen Rohhopfen geerntet – 7 Prozent weniger als im Vorjahr. Wetter, Schädlinge und fehlende Pflanzenschutzmittel setzten den Produzenten zu. Die Branche steht vor einem Umbruch: Volle Lager und sinkender Alkoholkonsum drücken auf die Preise.

Dienstag, 09. Dezember 2025, 13:51 Uhr
Theresa Kalmer (mit dpa)
Geringere Ernte, sinkende Preise, weniger Betriebe: Die deutschen Hopfenbauern stehen vor grundlegenden Veränderungen. Bildquelle: Getty Images

Die deutschen Hopfenbauern ernteten 2025 deutlich weniger als im Vorjahr. Bundesweit kamen 43.141 Tonnen Rohhopfen zusammen, 7 Prozent weniger als 2024, wie der Verband Deutscher Hopfenpflanzer mitteilte. Die Anbaufläche schrumpfte um 6,5 Prozent auf 18.961 Hektar. 1.326 Hektar rodeten die Bauern, 44 Betriebe stellten ihre Produktion ein.

Das Wetter bereitete den Produzenten Probleme. Der Sommer war nach Angaben des Verbands zu warm und zu trocken. Viel Regen ab Ende Juli konnte das nur teilweise ausgleichen. Auch Krankheiten und Schädlinge ließen die Ernte schrumpfen. „Die stetig abnehmende Anzahl wirksamer Pflanzenschutzmittel mache es grundsätzlich schwer, Hopfen mit ausreichenden Erträgen und guten Qualitäten zu erzeugen“, zitierte der Verband seinen Präsidenten Adi Schapfl in der Mitteilung.

Die Branche steht vor einem Umbruch. Der Verband rechnet mit sinkenden Preisen und einem weiteren Rückgang der Anbauflächen. Grund sind volle Hopfenlager bei Brauern und Hopfenhändlern sowie eine Überversorgung des Marktes. Der weltweit sinkende Alkoholkonsum verschärft die Lage. „Nur die rentablen Flächen, Betriebe und Vermarkter werden erfolgreich sein. Andere werden schrumpfen oder gar verschwinden“, zitierte der Verband Schapfl.

Deutscher Hopfenwirtschaftsverband warnt vor Marktbereinigung

Auch der Deutsche Hopfenwirtschaftsverband sieht im sinkenden Alkoholkonsum Anlass für wesentliche Veränderungen. Zudem gebe es einen Trend zu weniger stark gehopften Bieren, was die Nachfrage weiter sinken lasse, sagte der Vorsitzende Pascal Piroué laut der Mitteilung. „Die Folgen für die Hopfenwirtschaft sind gravierend“, zitierte der Verband Piroué. Der Markt werde sich unweigerlich bereinigen.

Deutschland bleibt trotz der Rückgänge der größte Hopfenproduzent der Welt. Mit rund 35 Prozent der weltweiten Hopfenanbaufläche exportiert das Land seinen Hopfen in mehr als 100 Länder, wie der Verband mitteilte.

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