Obstbauern schlagen Alarm Kirschen bald unbezahlbar?

Unwetter, Überschwemmungen, Starkregen und Wetterkapriolen machen Obstbauern im Südwesten zu schaffen. Viele Früchte können nach Einschätzung eines Verbandsvertreters des Landesverbands Erwerbsobstbau nicht angeboten werden. Bei Kirschen drohen Engpässe.

Mittwoch, 19. Juni 2024 - Hersteller
Julia Krone (mit dpa)
Artikelbild Kirschen bald unbezahlbar?
Bildquelle: Schweizer Obstverband

Der Südwesten Deutschlands mit seinen großen Obstanbaugebieten leidet unter den Unwettern der vergangenen Wochen. Nach Einschätzung des Präsidenten des Landesverbands Erwerbsobstbau, Franz Josef Müller, kann ein erheblicher Teil der Früchte nicht mehr angeboten werden. Besonders dramatisch ist die Situation bei den Kirschen. Dort droht ein Verlust von 40 bis 50 Prozent der Ernte. Bei der Ernte von Kirschen gebe es schätzungsweise einen Anteil von 40 bis 50 Prozent, der nach dem Pflücken weggeworfen werden muss, wie Franz Josef Müller, Präsident des Landesverbands Erwerbsobstbau, der Deutschen Presse-Agentur sagte. Die Früchte platzten auf, wovon auch Johannisbeeren und Stachelbeeren betroffen seien. Erhebliche Preisteigerungen bei Kirschen werden schon jetzt eine absehbare Folge sein.

Einbußen gebe es im ganzen Land, auch im Bodenseeraum mit seinem bedeutenden Obstanbau. „Das ist für uns alle ein schwieriges Jahr“, sagte Müller. Wegen der starken Niederschläge musste die Ernte am Bodensee später starten. Der viele Regen und die kühle Witterung hätten die Reifung der Kirschen verzögert, erklärte Christian Glöggler von der Obst vom Bodensee Vertriebsgesellschaft. „Aber wir erwarten nun eine kontinuierliche Steigerung der Erntemengen“, fügt er hinzu.

Deutschlands Obstbauern hatten auch im vergangenen Jahr angesichts ungünstiger Wetterbedingungen eine unterdurchschnittliche Kirschenernte eingefahren. Nach einer früheren Schätzung des Statistischen Bundesamts gab es im Vorjahresvergleich einen Rückgang um 17,5 Prozent. Wichtigstes Erzeugerland für Süßkirschen ist Baden-Württemberg. Hier wurden den Angaben zufolge 42,5 Prozent der gesamten Menge des Jahres 2023 geerntet.

In der Ortenau seien inzwischen auch Kirschendiebe aktiv, die auf besonders rabiate Weise zuschlagen, wie die Polizei mitteilte. In Renchen schnitten Unbekannte am Wochenende an zahlreichen Bäumen Äste mit dem erntereifen Obst ab. Der Wert der Beute lag nach Schätzung der Polizei im niedrigen vierstelligen Euro-Bereich.

Neue Produkte

Viel gelesen in Hersteller

Nachhaltigkeit

Sortiment

Personalien Hersteller

Im Gespräch - Hersteller

Warenkunden

LP.economy - Internationale Nachrichten