Energieversorgung Hohe Gas- und Stromtarife sollen bleiben

Obwohl die Energiepreise im Großhandel nach Monaten mit historisch hohen Gaspreisen zuletzt gefallen sind, meinen deutsche Stadtwerke, dass ein Preisniveau wie vor der Krise kaum absehbar werde. Sie erwarten offenbar anhaltend hohe Gas- und Stromtarife und damit eine Verdopplung des Niveaus, auf dem sich die Preise vor der Energiekrise bewegt hätten.

Donnerstag, 26. Januar 2023 - Hersteller
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Angesichts gesunkener Großhandelspreise „wollen natürlich auch die Stadtwerke die Tarife senken, und machen das, sobald Spielraum da ist“, sagte Ingbert Liebing, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der kommunalen Unternehmen (VKU), heute der Neuen Osnabrücker Zeitung. Er warne aber vor falschen Hoffnungen: „Es wird nach unserer Einschätzung absehbar auf eine Verdoppelung der Gas- und Stromtarife hinauslaufen“, so Liebing weiter.  Die Krise sei nicht mehr ganz so dramatisch, aber nicht vorüber. Den Vorwurf von Verbraucherschützern, Stadtwerke verlangten „Mondpreise“, wies Liebing zurück, weil die aktuellen Spotmarkt- und Terminpreise noch nicht so günstig seien, dass sich das bereits nachhaltig preissenkend auswirke. Dafür müssten sie laut Liebing noch weiter und vor allem dauerhaft sinken.

Auch der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) nannte die aktuell gesunkenen Preise im Gas-Großhandel ein gutes Zeichen, welches jedoch noch kein Grund zur Entwarnung sei. Zuletzt seien die Preise im Gas-Großhandel gefallen, seit einigen Wochen lägen sie am Terminmarkt bei rund 70 Euro je Megawattstunde (MWh). Dies entspreche zwar etwa dem Niveau, auf dem sich die Preise kurz vor Beginn des Angriffskrieges in der Ukraine bewegten, jedoch seien die Großhandelspreise damit immer noch fast viermal so hoch wie vor den Krisenjahren. Im Mittel der Jahre 2015 bis 2019 habe der durchschnittliche Gaspreis im Großhandel bei rund 18,50 Euro je MWh betragen. Zudem bleibe die Preisentwicklung im Gasgroßhandel volatil. Dank langfristiger Beschaffungsstrategien, die die meisten Energieversorger verfolgten, wirkten sich die drastisch gestiegenen Börsengaspreise nicht eins zu eins und nicht unmittelbar auf die Endkundenpreise aus, hieß es beim BDEW weiter.

Ein großer Teil der Energie, die im vergangenen Jahr an die Endkunden geliefert worden sei, sei noch vor der Krise zu günstigeren Preisen gekauft worden. Der nun temporär gesunkene Einkaufspreis werde sich erst später auf die Endkundenpreise auswirken, ergänzte Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung.

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