Einweg-Fonds Getränkebranche zufrieden mit Kompromiss

Als die Pläne von Umweltministerin Steffi Lemke durchsickerten, gab es Aufregung in der Getränkebranche: Die Hersteller von Produkten in Einwegplastik sollen sich an den Kosten der Müllbeseitigung beteiligen. Für die Getränkehersteller zeichnet sich nach Informationen der Lebensmittel Praxis ein Kompromiss ab.

Freitag, 18. November 2022 - Hersteller
Tobias Dünnebacke
Artikelbild Getränkebranche zufrieden mit Kompromiss
Bildquelle: Getty Images

„Es gab einen Aufschrei in der Getränkewirtschaft, denn wir sind durch unser Pfandsystem ein weltweites Vorbild“, erklärt Ann Börries, Senior Managerin Kommunikation bei Gerolsteiner. Achtlos weggeworfene Flaschen seien kaum noch zu beobachten. Laut Börries hätten die Interessensverbände der Getränkewirtschaft in Berlin jetzt eine Einigung ausgehandelt: Für jedes Kilo in Verkehr gebrachtes Einwegplastik fallen für Produzenten von Mineralwasser und Softdrinks 0,001 Cent an. Zum Vergleich: Für Luftballons werden 4,50 Euro fällig. Noch handelt sich um Entwürfe.

Der Fonds soll vom Umweltbundesamt verwaltet werden. Die Höhe der Abgabe bemisst sich an der Art und Menge der Produkte, die sie auf den Markt bringen. Aus dem Topf können Kommunen Mittel erhalten, um ihre Kosten für Abfallbewirtschaftung und Maßnahmen zur Sensibilisierung in diesem Bereich zu decken. Zu den Produkten, deren Entsorgung die Hersteller künftig mitfinanzieren sollen, zählen neben Getränkeflaschen aus Einweg-Plastik beispielsweise auch Tabakprodukte mit plastikhaltigen Filtern und To-Go-Lebensmittelbehälter.

„Die Kosten für Reinigung und Entsorgung des achtlos weggeworfenen Wegwerfplastiks trägt bislang die Allgemeinheit, das soll sich ändern“, erklärt Bundesumweltministerin Lemke. „Wer sein Geschäft darauf stützt, Wegwerfprodukte aus Plastik auf den Markt zu bringen, soll sich an den Sammlungs- und Reinigungskosten der Kommunen beteiligen."

 

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