Fischerei-Experte Fangstopp für Dorsch überfällig

Fischer dürfen in der westlichen Ostsee 2022 keinen Dorsch mehr und Hering nur noch in Ausnahmen gezielt fangen. Diese von der EU beschlossenen Einschränkungen waren aus Sicht des Fischereibiologen Rainer Froese überfällig.

Mittwoch, 13. Oktober 2021 - Hersteller
Lebensmittel Praxis
Artikelbild Fangstopp für Dorsch überfällig
Bildquelle: Getty Images

„Die starke Reduzierung der erlaubten Fänge vom westlichen Dorsch ist richtig, kommt allerdings zu spät“, sagte der Wissenschaftler vom Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung der dpa. „Bereits im letzten Jahr war absehbar, dass es nur noch einen Jahrgang von Dorschen gibt anstatt der üblichen zehn bis zwölf – und dass sich dieser bisher nicht erfolgreich fortgepflanzt hat.“ Der letzte Jahrgang sei von 2016. Diese Tiere seien 70 bis 80 Zentimeter lang und gut genährt, aber es gebe viel zu wenige.

Nach den jüngsten Beschlüssen dürfen Fischer in der westlichen Ostsee keinen Dorsch und zumeist keinen Hering mehr gezielt fangen. Wäre die Einstellung gezielter Fänge bereits im vergangenen Jahr beschlossen worden, wie vom Geomar und von Kieler Fischern gefordert, gäbe es jetzt eine Million mehr Laichdorsche, und die Chancen für eine Erholung des Bestandes wären deutlich besser, erläuterte Froese. „So wie es jetzt steht, können wir nur hoffen, dass der Dorschbestand nicht bereits verloren ist.“

Die wenigen verbliebenen Dorsche müssten dringend geschützt werden. Ursache für den schlechten Zustand sei die jahrzehntelange Überfischung durch viel zu hohe erlaubte und indirekt vorgeschriebene Fangquoten, sagte Froese. „Es wurde etwa dreimal mehr herausgenommen als nachgewachsen ist.“ Entsprechend sei der Bestand geschrumpft und ebenso die Fänge: von ehemals fast 50.000 Tonnen auf weniger als 500 Tonnen.

Die EU-Länder einigten sich darauf, dass beim Dorsch lediglich Beifang in Höhe von knapp 490 Tonnen möglich sein soll und nur noch 788 Tonnen Hering gefischt werden dürfen, wie aus einer Mitteilung der EU-Länder hervorgeht. Gezielte Heringsfischerei mit Schleppnetzen wird untersagt. In diesem Jahr dürfen EU-weit noch 1.600 Tonnen westlicher Hering und 4.000 Tonnen westlicher Dorsch gefangen werden. 

Neue Produkte

Sortiment

Personalien Hersteller

Im Gespräch - Hersteller

Online-Seminare der LP Akademie

Warenkunden

LP.economy - Internationale Nachrichten