Geflügel Resistente Keime im Putenfleisch

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat bei Testkäufen in zwei deutschen Discount-Ketten in mehr als einem Viertel der getesteten Putenfleisch-Portionen antibiotikaresistente Keime entdeckt.

Dienstag, 24. August 2021, 13:23 Uhr
Lebensmittel Praxis
Bildquelle: Getty Images

In einer Reihe von Proben seien sogar Keime gefunden worden, die gegen Reserve-Antibiotika resistent waren, sagte die DUH-Agrarexpertin Reinhild Benning am Dienstag in Berlin. Reserve-Antibiotika sollen eigentlich bei der Behandlung von Menschen als letztes Hilfsmittel im Kampf gegen Infektionen dienen, die durch multiresistente Bakterien ausgelöst werden.

Der Vorstandsvorsitzende des Weltärztebundes, Frank Montgomery, kritisierte bei der Präsentation der DUH-Untersuchung die breite Verwendung dieser Medikamente in der Nutztierhaltung und forderte schärfe Vorschriften der EU. „Wir brauchen die Beschränkung der Reserve-Antibiotika auf die Heilung bei Menschen.“

Die DUH-Stichprobe ist nach eigenen Angaben nicht die erste Untersuchung, die antibiotikaresistenter Keime in der Tierhaltung öffentlich macht. Auch andere Untersuchungen waren in der Vergangenheit bereits zu ähnlichen oder sogar schlechteren Ergebnissen gekommen.

Nach einem aktuellen Bericht mehrerer europäischer Gesundheits- und Lebensmittelbehörden ist der umstrittene Medikamenteneinsatz in der Nutztierhaltung allerdings tendenziell rückläufig. „Der Einsatz von Antibiotika ist zurückgegangen und bei zur Lebensmittelerzeugung genutzten Tieren erstmals geringer als beim Menschen“, teilte die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) Ende Juni mit.

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