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Getreide- und Rapsernte Verlagert sich der Anbau weiter ins Ausland?

Lebensmittel Praxis | 13. August 2020
Getreide- und Rapsernte: Verlagert sich der Anbau weiter ins Ausland?
Bildquelle: Getty Images

Weltweit wird mit der höchsten Getreideernte gerechnet. In Deutschland dagegen schrumpfen die Anbauflächen. Zudem sorgt das Wetter für geringere Erträge und wirkt sich auf die Qualität aus.

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Die diesjährige Getreide- und Rapsernte neigt sich dem Ende zu. Die Durchschnittserträge sind etwas höher als im Vorjahr, die Qualitäten passen insgesamt, weisen aber teilweise eine große Heterogenität auf. Gleichwohl wird die diesjährige Getreideernte mit knapp 42,9 Millionen Tonnen deutlich unter dem Vorjahresergebnis von 44,3 Millionen Tonnen prognostiziert.

Grund dafür ist eine spürbar geringere Anbaufläche (-4,9 %), die das Statistische Bundesamt jüngst noch einmal nach unten korrigiert hatte. Das betrifft vornehmlich den Winterweizen, dessen Anbaufläche nun knapp 10 Prozent unter dem Vorjahreswert liegen soll. „Diese Entwicklung hat große Auswirkungen auf das Gesamtergebnis, macht doch der Winterweizen knapp die Hälfte der deutschen Getreideernte aus“, erläutert Guido Seedler, Getreidemarktexperte des Deutschen Raiffeisenverbands (DRV). Von dem enttäuschenden Ergebnis des Dürrejahres 2018 ist Deutschland aber noch weit entfernt. Damals betrug die Getreideernte nur 37,9 Millionen Tonnen.

Um deutlich steigende Brötchen- oder Brotpreise aufgrund der unterdurchschnittlichen Ernte brauchen sich die Konsumenten allerdings keine Sorgen zu machen. Seedler: „Die Rohstoffkosten pro Brot oder Brötchen liegen nur im niedrigen einstelligen Centbereich.“

In diesem Getreidewirtschaftsjahr stünden die Genossenschaften vor der Herausforderung, eine insgesamt niedrige deutsche und europäische Getreideernte in einem gut versorgten globalen Umfeld zu vermarkten. Weltweit wird derzeit mit gut 2,2 Milliarden Tonnen die höchste jemals erzielte Getreideernte erwartet. Insbesondere die Schwarzmeerregion und Australien werden mit deutlich höheren Ernten als in den Vorjahren als starke Wettbewerber am Exportmarkt auftreten.