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STI-Werk Grebenhain Aus für Papp-Displayhersteller

Lebensmittel Praxis | 07. August 2020
STI-Werk Grebenhain: Aus für Papp-Displayhersteller
Bildquelle: Rainer Waldinger/STI Group

Der Papp-Displayhersteller STI schließt zum Jahresende sein Werk in Grebenhain. Geschäftsführung und Arbeitnehmervertreter haben sich auf einen Interessenausgleich und einen Sozialplan verständigt, heißt es in einer Verdi-Presseinfo.

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„Dies ist ein schwieriger und schmerzhafter Schritt, aber sehr wichtig für die Zukunft unseres Unternehmens. Wir haben aber eine vernünftige Lösung gemeinsam mit dem Betriebsrat erarbeitet,“ erklärt Jakob Rinninger, Geschäftsführer der STI Group. Von den zuletzt 267 Beschäftigten erhalten 94 ein Angebot zur Weiterbeschäftigung in den anderen Werken des STI-Konzerns im Vogelsbergkreis in Lauterbach und Alsfeld. Zusätzlich können auch die sieben Auszubildenden aus Grebenhain dort ihre Ausbildung fortsetzen.

„Das ist angesichts der auch im Raum stehenden Kündigung aller Beschäftigten ein wichtiger Erfolg der hartnäckigen Verhandlungen des Betriebsrats“, sagte Manfred Moos von ver.di Hessen bei einer Betriebsversammlung. Bis zu 158 Beschäftigte sollen eine Kündigung erhalten oder per Aufhebungsvertrag aus dem Betrieb ausscheiden. Verdi bewertet die Betriebsschließung als „traurigen Höhepunkt einer Kette von unternehmerischen Fehlentscheidungen in den letzten Jahren“. Fehlende Investitionsbereitschaft, immer neue Strategiewechsel durch mehrfach ausgewechselte Geschäftsführungen, ein verpatzter Versuch, die gesamte STI-Gruppe zu verkaufen, und das Versäumnis, den Betrieb rechtzeitig strukturell neu aufzustellen, haben nach Moos’ Ansicht zu der nun eingetretenen Situation geführt.

In Grebenhain wurden sogenannte Displays hergestellt. Das sind Pappaufsteller, die zum Beispiel in Supermärkten stehen und ein bestimmtes Produkt anpreisen. Doch weil diese Aufsteller viel Platz einnehmen, sind sie mittlerweile weniger gefragt, die Firmen werben lieber gezielt im Internet.