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Tönnies Keine zweite Welle

Lebensmittel Praxis | 24. Juli 2020
Tönnies: Keine zweite Welle
Bildquelle: Tönnies

Die Reihentestungen bei Tönnies haben positive Befunde gebracht, wie die Pressestelle des Kreises Gütersloh meldet. Von insgesamt 7.300 Abstrichen, die seit dem 13. Juli nunmehr zweimal wöchentlich genommen werden, kamen 31 positive Befunde zurück.

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Aus Sicht der Abteilung Gesundheit kann von einer zweiten Welle nicht die Rede sein, so die Pressesprecherin. Die Fachleute sind sich einig, dass die positiven Tests zum größten Teil auf Restpositivität aus der ersten Welle zurückzuführen sind. Von 31 der positiven Befunde sind lediglich drei echte Neuinfektionen, 18 ließen sich nach Datenabgleich solchen Personen zuordnen, die in der ersten Welle infiziert waren, die Quarantänezeit in Isolation durchlaufen haben und jetzt nicht mehr infektiös sind. Allerdings gehen diese Personen zunächst wieder in Quarantäne und werden einer ärztlichen Untersuchung unterzogen. Die restlichen zehn Positivtests gehören zu Personen außerhalb des Kreises Gütersloh und werden von den dortigen Gesundheitsämtern bearbeitet. Seit der Schlachtbetrieb bei Tönnies wieder läuft, müssen alle Mitarbeiter die auf dem Betriebsgelände tätig sind, zweimal pro Woche abgestrichen werden. Bei den drei neu infizierten Personen läuft derzeit das Kontaktmanagement. Die zuständigen Gesundheitsämter für die übrigen positiv getesteten Personen sind informiert, so die Pressesprecherin.

Übertragungsweg gefunden

Die Verbreitung des Coronavirus im Tönnies-Schlachtbetrieb ging laut einer Studie von zwei Mitarbeitern aus, wie der WDR berichte. Sie sollen Kontakt zu Westfleisch-Personal gehabt haben, als dort das Coronavirus schon ausgebrochen war. Tönnies soll davon gewusst haben, ließ aber ARD-Informationen zufolge beide Männer noch zwei weitere Tage im Betrieb arbeiten. In diesen Tagen, so die Wissenschaftler, soll es dann zu einem sogenannten Superspreading-Event gekommen sein, bei der die Mitarbeiter ihre Kollegen angesteckt haben sollen.

Das an der Studie beteiligte Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig teilte mit, dass sich das Coronavirus unter Bedingungen, wie sie im Tönnies-Schlachtbetrieb beim Corona-Ausbruch geherrscht haben, noch weiter verbreiten kann, als bisher angenommen.

Die hauptsächliche Übertragung habe im Zerlegebereich für Rinderviertel stattgefunden, wo Luft auf zehn Grad Celsius gekühlt werde.

Die Wohnsituation der Arbeiter spielte der Studie zufolge während der untersuchten Phase des Ausbruchs keine wesentliche Rolle, so die Forscher. Adam Grundhoff, Mitautor der Studie, sagte der Deutschen Presse-Agentur mit Blick auf das Ergebnis: „Damit ist ein Superspreader-Vorgang für den Ausbruch bei Tönnies gefunden.“