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Europäisches Parlament Verbrauchertäuschung bei Honig

Lebensmittel Praxis | 28. Februar 2018
Europäisches Parlament: Verbrauchertäuschung bei Honig

Bildquelle: Shutterstock

Nach Angaben des Europäischen Parlaments erfüllt Import-Honig häufig die EU-Standards nicht. Bei Tests des gemeinsamen Forschungszentrums der EU-Kommission fielen 20 Prozent der Proben durch. Am Donnerstag wird im Parlament abgestimmt, ob mehr im Kampf gegen gefälschten Honig getan werden muss. Es werden bessere Kontrollen, härtere Strafen und klarere Kennzeichnungen gefordert.

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Nach Angaben des Forschungszentrums werde aber auch Honig aus EU-Ländern verfälscht, etwa mit zugesetztem Zucker. Dies ist bei dem Naturprodukt Honig nicht zulässig. Gesundheitlich zwar unbedenklich, wird so der Verbraucher getäuscht.

In Deutschland können nur 20 Prozent des Bedarfs von heimischen Honigproduzenten gedeckt werden. Rund 200.000 Tonnen Honig importiert die EU jährlich. Neben China sind Mexiko und Ukraine wichtige Exportländer.

Kritik gab es im Vorfeld bereits an der aktuell von der EU vorgegebenen Kennzeichnungspflicht. Es genüge zu schreiben: Mischung aus EU- und Nicht-EU-Ländern, kritisierte der Präsident des Deutschen Imkerbundes, Peter Maske. Der Verbraucher sei der Geprellte: „Er weiß nicht, was er isst“. Der Deutsche Imkerbund vergibt ein eigenes Qualitätslabel für deutschen Honig.

Deutsche Experten sehen nur bedingt Probleme. Honig sei in Deutschland eines der am besten kontrollierten Nahrungsmittel, so Helmut Horn, Experte für Honiganalyse an der Landesanstalt für Bienenkunde im baden-württembergischen Hohenheim.

Das Europäische Parlament stimmt am 1. März über Vorschläge ab, um unter anderem die Verbreitung von verfälschtem Honig auf dem europäischen Markt einzudämmen.