Deutsche Hochseefischerei Brexit kann Hering verteuern

Die deutschen Fischer warnen vor einem möglichen Preisanstieg beim Hering infolge des Brexits. „Das Szenario, dass gerade der Hering teurer wird, ist nicht unrealistisch“, sagte der Generalsekretär des Deutschen Fischerei-Verbandes, Peter Breckling. Die Branche fürchtet, dass beim EU-Austritt der Briten traditionell genutzte Fanggebiete vollständig verloren gehen.

Mittwoch, 28. Juni 2017 - Hersteller
Lebensmittel Praxis
Artikelbild Brexit kann Hering verteuern
Bildquelle: Getty Images

Bislang dürfen deutsche Fischer in britischen Hoheitsgewässern ihre Netze auswerfen - und dabei holen sie nach Angaben des Deutschen Verbandes 100 Prozent der deutschen Nordseeherings-Quote ein. Mit dem Brexit könnte damit Schluss sein. Zugleich würden für Ex- und Importe - beispielsweise von Hering - womöglich Zölle fällig. „Das verteuert natürlich das Produkt“, sagte Uwe Richter, Vorsitzender des Hochseefischerei-Verbandes.

Auch Importe aus anderen EU-Ländern könnten das nicht ohne Weiteres auffangen. „Wenn wir sagen, dass wir Heringe importieren, importieren wir aus Dänemark und Holland. Aber die Dänen und Holländer kommen dann auch nicht mehr in die britischen Gewässer. Das multipliziert den Verlust“, erklärt Generalsekretär Breckling.

Der Brexit ist eines der Themen, mit denen sich die Branche auf dem Deutschen Fischereitag in Bonn beschäftigt, der noch bis Donnerstag läuft. Die deutsche Hochseefischerei kalkuliert aktuell mit einem Verlust von 100 Mio. Euro pro Jahr als Folge des Brexits. Summa summarum stehen bei der Fischerei und der Fischerverarbeitung 500 bis 700 Arbeitsplätze auf dem Spiel, die auf einen Schlag und unwiederbringlich weg sein könnten.

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