Unterstützt wird das von GS1 Germany veröffentlichte Positionspapier auf Seiten der Brauereien von Anheuser Busch Inbev, Bitburger, Carlsberg, Krombacher, Radeberger, Veltins und Warsteiner. Auf Handelsseite tragen A. Kempf Getränkegroßhandel, Edeka, Kaufland sowie Rewe die Entscheidung mit. Der Getränkefachgroßhandel war vertreten durch den Bundesverband des Deutschen Getränkefachgroßhandels, Gekopa, Getränke Essmann, Nordmann, Trinks sowie Winkels Getränke Logistik. Die Vertreter aus Industrie und Handel arbeiteten seit Januar 2015 an Vorschlägen für die Zukunft des Mehrwegpools. „Das Positionspapier ist ein Meilenstein für die Getränkebranche in puncto Umgang mit Mehrweggebinden“, erklärt Thomas Niebur, Leiter Competence Center Supply Chain Management bei GS1 Germany. „Unser gemeinsames Ziel war es, die Material- und Informationsflüsse für das Mehrwegsystem von Bier und alkoholfreien Getränken weniger komplex zu gestalten“, so Niebur weiter. Auch die Einführung einer einheitlichen, braunen 0,5-l-Flasche sei intensiv diskutiert worden. Da jedoch nicht alle Teilnehmer zum aktuellen Zeitpunkt eine Umsetzung realisieren können, wurde hiervon vorerst Abstand genommen.
„Gerade weil die Entscheidung gegen eine Neuetablierung einer Poolflasche im Markt getroffen wurde, war es umso dringender erforderlich, den Schwerpunkt auf die Organisation der Leergutsortierungs- und Rückführungsprozesse zu legen“, ist Rolf Lange, Leiter Unternehmenskommunikation der Edeka AG, überzeugt. Einzelhandel und Brauereien haben sich mit Beteiligung des Getränkefachgroßhandels daher auf elf Punkte verständigt, die sowohl den Anforderungen des Handels als auch der Brauereien gerecht werden.
Industrie für Rücknahme alter Poolflaschen verantwortlich
Inhaltlich geht es hauptsächlich um die Leergut-Sortierung in der Kette und den Umgang mit Leergut-Überhang. So erklären sich die Brauereien dafür verantwortlich, im Umlauf befindliche Pool-Flaschen nachweislich zurück zu nehmen, wenn Individualflaschen eingeführt werden. Die Rücknahme wird gegenüber GS1 Germany nach etwa 18 Monaten nachgewiesen. Auch die Prozess- und Kostenverantwortung für die Tiefensortierung des Leerguts liegt bei den Herstellern. Der Lebensmittel-Einzelhandel erklärt sich im Gegenzug dafür verantwortlich, keine Flaschen zurückzuführen, die nicht dem deutschen Mehrwegsystem entstammen.
Leergut-Ersatzgebinde wird typisiert
Darüber hinaus wurden auch Positionen formuliert, deren Ziel effiziente logistische Prozesse sind. Unter anderem soll auch bei künftigen Ladungsträgern stets gewährleistet sein, dass Gebinde modular und stapelbar bleiben. Eine weitere wichtige Entscheidung der Initiative Getränke-Mehrweg ist die Typisierung eines standardisierten Leergut-Ersatzgebindes durch GS1 Germany. Es soll der Rückführung von überzähligen leeren Flaschen vom Handel an die Hersteller dienen. Das System soll außerdem die Möglichkeit bieten, ohne Umweg über einen Dienstleister direkt an die Industrie zurückzuliefern oder Multipacks in einem neutralen Kasten an den Handel zu liefern. Ein Standard-Leergut-Ersatzgebinde wird für alle gängigen Flaschentypen (0,5 und 0,33 l) voraussichtlich schon bis Ende März 2017 in einer Typbeschreibung definiert.
Getränke-Branche Positionspapier zur Mehrweg-Stärkung
Brauereien, Handel sowie Getränkefachgroßhandel einigten sich jetzt auf den Umgang mit der Flaschenvielfalt. Die Branche legt ein Positionspapier vor, mit dem die Prozesse zwischen allen Beteiligten kooperativ und fair verbessert und das Mehrwegsystems gestärkt werden soll. Als zentrale Punkte wurden die Verantwortlichkeiten bei der Rücknahme eindeutig definiert und die Typisierung eines Leergut-Ersatzgebindes beschlossen.
Bildquelle: GS1 Germany
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