Lieferkettentransparenz Koro übernimmt Technologie von Seedtrace

Der Berliner Lebensmittelhändler und -hersteller Koro sichert sich die Nutzungsrechte an einer Software zur Nachverfolgung von Lieferketten. Verbraucher sollen künftig per QR-Code auf Verpackungen Informationen über Herkunft und Verarbeitung abrufen können. Das Unternehmen räumt allerdings ein, dass die Umsetzung ein langfristiger Prozess ist.

Montag, 29. Juni 2026, 09:27 Uhr
Theresa Kalmer
Mehr als 2,5 Millionen Kunden in Europa beziehen Koro-Produkte über den Onlineshop oder den stationären Handel. Bildquelle: Koro

Das Berliner Lebensmittelunternehmen Koro hat die Technologie des Software-Unternehmens Seedtrace übernommen. Damit sichere sich Koro die exklusiven Nutzungsrechte an einer Softwarelösung, die für die Dokumentation und Nachverfolgung von Lieferketten in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie entwickelt wurde, teilte das Unternehmen mit.

Die Software soll es ermöglichen, komplexe Lieferketten für Verbraucher sichtbar zu machen. Produzenten können demnach Daten, Dokumente und Fragebögen direkt im System verwalten. Zudem sollen Zahlungen an Kleinbauern über eine Blockchain-basierte Validierung überprüfbar sein. Verbraucher sollen die Informationen über den Onlineshop oder über QR-Codes auf Verpackungen abrufen können. „Der Erwerb der Seedtrace-Technologie ist für uns ein wichtiger strategischer Baustein, um das Thema Lieferkettentransparenz bei Koro – und vielleicht auch darüber hinaus in der gesamten Lebensmittelindustrie – langfristig auf ein neues Level zu heben“, zitierte das Unternehmen seinen Geschäftsführer Florian Schwenkert in der Mitteilung.

Koro räumte allerdings ein, dass die Umsetzung ein langfristiger Prozess sei. In einem ersten Schritt wolle das Unternehmen ausgewählte Lieferketten statisch abbilden und sich dabei auf Herkunfts- und Verarbeitungsländer konzentrieren. Erst nach und nach solle die Darstellung detaillierter werden.

Seedtrace-Gründerinnen hoffen auf Signalwirkung für die Branche

Seedtrace-Mitgründerin Katharina Elisa Davids verwies in der Mitteilung auf ein seit 2021 laufendes Projekt zur Nachverfolgung von Zahlungen an Kleinbauern im Kakaosektor in Ghana. Mitgründerin Ana Selina Haberbosch äußerte die Hoffnung, dass die Übernahme der Technologie durch Koro Bewegung in die Branche bringe. Langfristig müssten sich solche Ansätze zu offenen, gemeinschaftlich getragenen Modellen weiterentwickeln – etwa als Open-Source-Lösung, so Haberbosch.

Koro wurde nach eigenen Angaben 2014 in Berlin gegründet und vertreibt naturbelassene Lebensmittel und Snacks. Das Unternehmen beschäftigt den Angaben zufolge mehr als 300 Mitarbeiter und beliefert europaweit mehr als 2,5 Millionen Kunden über seinen Onlineshop sowie über den stationären Einzelhandel.

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