Milchwirtschaft EU-Kommission genehmigt Fusion von Arla und DMK

Die Fusion von Arla Foods und dem Deutschen Milchkontor hat alle behördlichen Genehmigungen erhalten. Am 1. Juni 2026 entsteht ein Unternehmen mit mehr als 20 Milliarden Euro Umsatz und fast 19,4 Milliarden Kilogramm Milch pro Jahr. Die EU-Kommission sieht trotz der Größe keinen Grund für Auflagen.

Freitag, 29. Mai 2026, 09:17 Uhr
Theresa Kalmer (mit dpa)
Grünes Licht: Die deutsche Molkereigenossenschaft DMK darf aus EU-Sicht vom dänisch-schwedischen Branchenriesen Arla Foods übernommen werden. Bildquelle: Arla Foods

Der Weg für Arla Foods und Deutsches Milchkontor (DMK) ist frei: Die geplante Fusion der beiden Molkereigenossenschaften hat alle erforderlichen behördlichen Genehmigungen erhalten. Das teilten beide Unternehmen mit. Der Zusammenschluss soll demnach am 1. Juni 2026 wirksam werden. Damit entsteht nach eigenen Angaben die größte bäuerliche Molkereigenossenschaft Europas mit einem kombinierten Jahresumsatz von mehr als 20 Milliarden Euro.

Die Europäische Kommission hatte den Zusammenschluss ohne Auflagen genehmigt. Die Wettbewerbshüter sahen demnach keine Gefahr einer Wettbewerbsverzerrung. Zwar seien die beiden Unternehmen bei der Rohmilchbeschaffung vor allem in Norddeutschland Konkurrenten. Arla sei aber aufgrund ihrer genossenschaftlichen Struktur verpflichtet, die gesamte Milch ihrer angeschlossenen Landwirte abzunehmen und allen denselben Preis zu zahlen – unabhängig vom Standort. Auch bei der Belieferung des Einzelhandels mit Milchprodukten, insbesondere Eigenmarkenprodukten, bestehe nach Einschätzung der Kommission weiterhin genug Wettbewerbsdruck durch andere Anbieter.

Für den Lebensmittelhandel ist die Einschätzung der Kommission zur Verhandlungsposition bei Eigenmarken relevant: Es sei üblich, dass Einzelhändler getrennt zu Eigenmarken- und Markenprodukten verhandelten, sodass das Risiko begrenzt sei, dass Händler dazu gedrängt würden, mehrere Produkte gebündelt zu kaufen. Dennoch entsteht mit der Fusion ein deutlich größerer Lieferant für den Handel. Das fusionierte Unternehmen vereint laut der Mitteilung eine jährliche Milchmenge von 19,4 Milliarden Kilogramm und rund 28.800 Beschäftigte weltweit.

Arla behält den Namen – DMK-Chef Müller steuert die Integration

Das zusammengeschlossene Unternehmen wird den Namen Arla tragen und seinen Hauptsitz im dänischen Viby haben. Jan Toft Nørgaard, bisher Aufsichtsratsvorsitzender von Arla Foods, soll den Vorsitz übernehmen. Arla-Chef Peder Tuborgh wird den Angaben zufolge als Vorstandsvorsitzender fungieren. DMK-Chef Ingo Müller soll als Mitglied der Geschäftsleitung die Integration der beiden Unternehmen verantworten. „Wir, die Landwirte, freuen uns darauf, unsere Kräfte zu bündeln“, zitierte DMK den Aufsichtsratsvorsitzenden Heinz Korte in der Mitteilung. Die Fusion bringe 11.200 Milchbauern aus sieben europäischen Ländern zusammen.

Arla Foods und DMK hatten den Zusammenschluss im Juni 2025 angekündigt. DMK hat seinen Sitz im niedersächsischen Zeven und seine Verwaltung in Bremen. Zu den DMK-Marken zählen unter anderem Milram, Humana, Oldenburger und die Babynahrungsmarke Alete. Arla bringt Marken wie Lurpak, Puck und Castello in die Fusion ein. Bis zum Vollzug am 1. Juni arbeiten beide Unternehmen nach eigenen Angaben weiterhin als unabhängige Gesellschaften.

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