Deutscher Arbeitsmarkt Arbeitslosigkeit steigt drittes Jahr in Folge

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist 2025 auf knapp drei Millionen gestiegen. Die Bundesagentur für Arbeit meldet 161.000 Arbeitslose mehr als im Vorjahr. Besonders alarmierend: Die Stellenzugänge erreichten den niedrigsten Stand seit 25 Jahren.

Donnerstag, 08. Januar 2026, 12:10 Uhr
Theresa Kalmer
Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung vor dem Hintergrund der anhaltenden Wirtschaftsschwäche das dritte Jahr in Folge gestiegen. Bildquelle: Getty Images

Die Arbeitslosigkeit in Deutschland ist im Jahr 2025 weiter gestiegen. Im Jahresdurchschnitt waren 2.948.000 Menschen arbeitslos, wie die Bundesagentur für Arbeit mitteilte. Das sind 161.000 mehr als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich um 0,3 Prozentpunkte auf 6,3 Prozent.

Bundesagentur spricht von historisch niedrigem Niveau

„2025 hat sich der Arbeitsmarkt schrittweise in eine ungünstige Richtung entwickelt. Unter dem Strich steht er schwächer da als vor einem Jahr“, sagte Bundesagentur-Vorstandsvorsitzende Andrea Nahles. Es sei bereits das dritte Jahr in Folge, in dem Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung gestiegen seien. Die Arbeitskräftenachfrage sei zu schwach gewesen, um das zunehmende Arbeitsangebot aufzunehmen. Zudem hätten die Profile der Arbeitslosen oft nicht zur Nachfrage gepasst.

Die Unterbeschäftigung, die neben der Arbeitslosigkeit auch Arbeitsmarktpolitik und kurzfristige Arbeitsunfähigkeit umfasst, nahm den Angaben zufolge um 50.000 auf 3.626.000 zu. Die Chancen, durch Beschäftigungsaufnahme die Arbeitslosigkeit zu beenden, seien rückläufig und lägen auf einem historisch niedrigen Niveau, teilte die Bundesagentur mit.

Sehr geringer Anstieg bei sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung

Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung stieg nach Angaben der Bundesagentur von Juni 2024 auf Juni 2025 nur noch um 48.000 auf 34,89 Millionen. Der Anstieg falle damit sehr gering aus. Dabei sei die Teilzeitbeschäftigung weiter gewachsen, während die Vollzeitbeschäftigung gesunken sei. Auch sei ausschließlich die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung von Ausländern gestiegen, die der Deutschen gehe hingegen aufgrund der demographischen Entwicklung zurück. Die Erwerbstätigkeit blieb nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes im Jahresdurchschnitt 2025 mit einem Rückgang von 5.000 im Vergleich zum Vorjahr praktisch unverändert.

Erhöhtes Niveau bei Kurzarbeit

Die Arbeitskräftenachfrage ließ 2025 weiter nach. Mit einem jahresdurchschnittlichen Bestand von 632.000 gemeldeten Arbeitsstellen lag die Nachfrage um 62.000 niedriger als im Jahr 2024. Die Stellenzugänge gingen ebenfalls zurück. In Summe wurden 2025 mit 1.461.000 Stellen 39.000 weniger gemeldet als 2024 und damit so wenige wie noch nie in den letzten 25 Jahren, teilte die Bundesagentur mit.

Die Inanspruchnahme von Kurzarbeit lag 2025 weiter auf einem erhöhten Niveau. Nach einer ersten Schätzung betrug die jahresdurchschnittliche Kurzarbeiterzahl 2025 insgesamt rund 300.000, nach 298.000 im Jahr 2024. Bei einem durchschnittlichen Arbeitsausfall von etwa 30 Prozent habe der Einsatz von Kurzarbeit rechnerisch Arbeitsplätze für rund 90.000 Beschäftigte gesichert.

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