Capgemini-Studie Deutsche wechseln bei dauerhaft günstigeren Preisen die Marke

Eine aktuelle Studie von Capgemini zeigt: 82 Prozent der deutschen Verbraucher wechseln die Marke, wenn ein Konkurrenzprodukt dauerhaft günstiger ist. Die Hälfte kehrt einer Marke den Rücken, wenn Packungsgröße oder Qualität heimlich reduziert werden. Jeder sechste Deutsche nutzt laut Studie bereits KI-basierte Shopping-Tools.

Mittwoch, 07. Januar 2026, 09:16 Uhr
Theresa Kalmer
Kunden strafen verkleinerte Packungsgrößen ab: Die Hälfte der deutschen Verbraucher wechselt bei versteckten Preiserhöhungen die Marke. Bildquelle: Carsten Hoppen

Das Beratungsunternehmen Capgemini hat eine Studie zum Konsumverhalten veröffentlicht. Demnach wechseln 82 Prozent der deutschen Verbraucher die Marke, wenn ein Konkurrenzprodukt dauerhaft günstiger ist. International liegt dieser Wert bei 74 Prozent. Die Hälfte der deutschen Befragten kehrt einer Marke den Rücken, wenn Packungsgröße oder Qualität reduziert werden, ohne dies klar ersichtlich zu machen. International sind es 71 Prozent. Die Mehrheit empfindet solche versteckten Preiserhöhungen als unfair und wünscht sich stattdessen geringe, aber klar erkenntliche Preissteigerungen, wie Capgemini mitteilte.

Um ihre Ausgaben zu kontrollieren, kaufen 41 Prozent der deutschen Verbraucher mittlerweile kleinere Mengen ein. International liegt dieser Wert bei 49 Prozent. Zu günstigeren Alternativprodukten wie Eigenmarken greifen in Deutschland nur neun Prozent der Befragten, während es international 44 Prozent sind. Bei Produktgruppen wie Elektronik oder Babyprodukten meiden 85 Prozent der deutschen Verbraucher Eigenmarken. International sind es 77 Prozent. Knapp die Hälfte der deutschen Befragten gönnt sich kleine Belohnungen, um durch finanzielle Sorgen verursachten Stress zu kompensieren. International liegt dieser Wert bei 70 Prozent.

Jeder sechste deutsche Verbraucher nutzte im Jahr 2025 auf generativer künstlicher Intelligenz basierende Shopping-Tools. International waren es 25 Prozent. Mehr als ein Viertel der deutschen Befragten möchte solche Tools künftig einsetzen. Allerdings sind nur fünf Prozent der deutschen Verbraucher bereit, für Chatbots und virtuelle Shopping-Assistenten zu bezahlen. Weltweit liegt die Zahlungsbereitschaft bei 19 Prozent. „KI verändert das Einkaufserlebnis bereits heute drastisch: Für immer mehr Verbraucher ist KI eine Art unsichtbarer Einkaufsberater“, zitierte Capgemini Achim Himmelreich, der bei dem Unternehmen für den Bereich Consumer Engagement, Consumer Products & Retail zuständig ist, in der Mitteilung.

Verbraucher wollen Kontrolle über KI-Assistenten behalten

89 Prozent der deutschen Verbraucher möchten den Handlungsspielraum von KI-Assistenten festlegen können, bevor die Technologie in ihrem Namen handelt. International sind es 76 Prozent. Dazu gehört beispielsweise, Ausgaben-Limits zu bestimmen oder Produktkategorien zu definieren. 46 Prozent der deutschen Befragten vertrauen künstlicher Intelligenz stärker, wenn diese die Gründe für ihre Empfehlungen offenlegt. International liegt dieser Wert bei 66 Prozent. Zwei Drittel der deutschen Verbraucher sorgen sich, wie generative künstliche Intelligenz persönliche Informationen verwendet. 61 Prozent erwarten, dass KI-generierte Werbung eindeutig gekennzeichnet ist.

Für die Studie hat das Capgemini Research Institute im Oktober und November 2025 insgesamt 12.000 Verbraucher über 18 Jahren in zwölf Ländern in Nordamerika, Europa und im asiatisch-pazifischen Raum befragt. Davon stammten 1.000 Befragte aus Deutschland. Außerdem führte das Institut Interviews mit mehr als zehn Experten aus der Konsumgüter- und Einzelhandelsbranche.

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