Union Investment, die Fondsgesellschaft der Genossenschaftsbanken, hat eine repräsentative Online-Befragung unter mehr als 1.000 Berufstätigen in Deutschland zum Thema mentale Gesundheit am Arbeitsplatz durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen: 90 Prozent der Erwerbstätigen halten es für wichtig, dass sich Unternehmen um die mentale Gesundheit ihrer Mitarbeiter kümmern. Allerdings haben nur 44 Prozent den Eindruck, dass ihre Arbeitgeber das Thema ernst nehmen.
Frauen fühlen sich weniger wohl als Männer
Die Umfrage ergab, dass sich sieben von zehn Berufstätigen stark mit ihrer Arbeit identifizieren (70 Prozent). Fast zwei Drittel fühlen sich allgemein (64 Prozent) und psychisch (60 Prozent) wohl. Dabei zeigen sich geschlechtsspezifische Unterschiede: Frauen fühlen sich psychisch deutlich weniger wohl als Männer (56 gegenüber 64 Prozent) und profitieren seltener von Gesundheitsförderungsangeboten ihrer Arbeitgeber (28 gegenüber 35 Prozent).
„Mentale Gesundheit bestimmen nicht nur persönliche Faktoren, sondern ebenso unternehmensbezogene Rahmenbedingungen“, erklärte Sonja Albers, Vorstandsmitglied und Arbeitsdirektorin von Union Investment. Das bewusste Gestalten der Arbeitswelt ermögliche ein positives Beeinflussen der Mitarbeiterzufriedenheit.
Die Studie zeigt, dass flexible Arbeitsmodelle das mentale Wohlbefinden positiv prägen. Beschäftigte, die zwischen Büro und Homeoffice wählen können, sehen seltener Defizite bei der mentalen Fürsorge ihres Arbeitgebers.
Bisher kaum Entlastung durch Künstliche Intelligenz
Trotz positiver Erfahrungen wie einem guten Arbeitsklima leidet jeder zweite Befragte unter hoher Arbeitsbelastung. Rund ein Viertel berichtet von einer verschlechterten mentalen Gesundheit in den letzten zwölf Monaten. Künstliche Intelligenz und Automatisierung könnten hier entlasten, finden aber bislang selten Anwendung. Nur 15 Prozent der Beschäftigten berichten von einer spürbaren Entlastung durch diese Technologien, während für 59 Prozent die Themen kaum oder gar nicht vorhanden sind.
Drei von vier Befragten beziehungsweise 75 Prozent sehen einen klaren Handlungsbedarf in Sachen mentaler Gesundheit am Arbeitsplatz. „Das ist ein klarer Auftrag, den es ernst zu nehmen gilt“, betonte Albers.
Die Befragung führte das Marktforschungsinstitut Produkt + Markt im Juni und Juli 2025 im Auftrag von Union Investment unter 1.000 Beschäftiten durch. Die Teilnehmer konnten Zeit und Umgebung der Bearbeitung selbst wählen.
