Fleischmarkt unter Druck Rindfleischpreise erreichen Rekordniveau von 7 Euro pro Kilo

Die Schlachtpreise für Jungbullenfleisch sind auf mehr als 7 Euro je Kilogramm gestiegen. Verbraucher zahlen für Rindersteak guter Qualität bereits bis zu 50 Euro pro Kilogramm. Der drastische Preisanstieg geht auf schrumpfende Rinderbestände und die Blauzungenkrankheit zurück.

Montag, 29. September 2025, 14:07 Uhr
Lebensmittel Praxis
Die Rindfleischpreise in Deutschland haben ein neues Rekordhoch erreicht. Die Schlachtpreise für Jungbullenfleisch sind auf über 7 Euro je Kilogramm gestiegen, wie die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch in Oldenburg mitteilte. Dies entspricht einem Anstieg von mehr als 50 Prozent im Vergleich zum Sommer 2023. Die Verbraucherpreise beim Metzger und im Supermarkt liegen noch deutlich höher - für Rindersteak guter Qualität zahlen Kunden mittlerweile 40 bis über 50 Euro pro Kilogramm. Bildquelle: Carsten Hoppen, Mirco Moskopp

Die Rindfleischpreise in Deutschland haben ein neues Rekordhoch erreicht wie die Deutsche Presse Agentur berichtet. Die Schlachtpreise für Jungbullenfleisch sind auf mehr als 7 Euro je Kilogramm gestiegen, wie die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch in Oldenburg mitteilte. Dies entspricht einem Anstieg von mehr als 50 Prozent im Vergleich zum Sommer 2023. Die Verbraucherpreise beim Metzger und im Supermarkt liegen noch deutlich höher - für Rindersteak guter Qualität zahlen Kunden mittlerweile 40 bis mehr als 50 Euro pro Kilogramm.

„Die Entwicklung lässt sich mit dem Rückgang der Rinderbestände erklären“, erläutert Tim Koch von der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft in Bonn. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts sank die Zahl der Rinder in deutschen Ställen von 12,6 Millionen im Mai 2015 auf nur noch 10,3 Millionen im Mai 2025.

Die Blauzungenkrankheit hat die Preisentwicklung zusätzlich verschärft. Von Mai 2024 bis Ende April 2025 registrierte das Friedrich-Löffler-Institut 17.854 Infektionen. Die Fallzahlen gehen mittlerweile zurück. „Insgesamt verzeichnen wir dieses Jahr deutlich weniger Fälle, da bereits im vergangenen Jahr viele Tiere betroffen waren“, berichtet eine Sprecherin des Instituts.

Die Preise werden wohl hoch bleiben: „Eine Trendwende in der Rinderhaltung ist derzeit nicht erkennbar“, teilt der Bundesverband Rind und Fleisch mit. Auch das geplante Mercosur-Freihandelsabkommen mit Südamerika wird nach Einschätzung des Verbands nur geringe Auswirkungen auf den europäischen Fleischmarkt haben. „Dass die Rindfleischpreise wieder auf das Niveau sinken, wie wir es vor eineinhalb Jahren hatten, glaube ich nicht“, prognostiziert auch Branchenexperte Koch.

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