Nachhaltigkeit Umwelthilfe rügt mangelnden Fortschritt bei Verpackungsmüll

Weniger Müll in deutschen Supermärkten? Davon kann laut einer neuen Untersuchung keine Rede sein. In den Regalen dominieren weiter verpackte Waren und Einwegprodukte. Doch aus dem Handel kommt Kritik an der Untersuchung.

Mittwoch, 10. September 2025, 10:24 Uhr
Manuel Glasfort (mit dpa)
Im Lebensmittelhandel fällt nach wie vor viel Verpackungsmüll an. Das bemängelt die Deutsche Umwelthilfe. Bildquelle: PET-Forum

In deutschen Supermärkten hat sich der Verpackungsmüll trotz jahrelanger Nachhaltigkeitsdebatten nach Angaben der Deutschen Umwelthilfe (DUH) kaum verringert. Für eine aktuelle, nicht repräsentative Untersuchung ließ die Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation 48 Filialen von zwölf großen Supermarkt- und Discounterketten testen, wie Produkte in verschiedenen Warengruppen verpackt sind – darunter die Kategorien Obst und Gemüse, Getränke, Milch- und Joghurtprodukte sowie Frische- und Selbstbedienungstheken.

Für die Untersuchung besuchten die Tester laut DUH jeweils vier Filialen jeder Handelskette. Mithilfe eines standardisierten Bogens erfassten sie dort das Angebot in den jeweiligen Kategorien. Die DUH betonte, die Ergebnisse seien insbesondere bei Discountern durch deren „zentralisierte Sortimentsvorgaben“ gut übertragbar. Bei Ketten mit vielen selbstständigen Filialleitern könne es hingegen gewisse regionale Abweichungen geben.

Aldi Nord: Verpackung macht Produkte haltbar

Einige Handelsketten reagierten kritisch auf den Bericht. Aldi Nord bezeichnete die Darstellung der DUH als einseitig und warf der Organisation vor, wichtige Faktoren wie die Recyclingfähigkeit von Verpackungen oder den Schutz vor Lebensmittelverlusten auszublenden.

Verpackungen erfüllten schließlich auch die Funktion, Produkte haltbar und transportfähig zu machen. Darüber hinaus bemängelte Aldi Nord, dass im DUH-Bericht kein Vergleich der Ökobilanzen von Einweg und Mehrweg berücksichtigt worden sei. 

Wer gut abschneidet

Besonders gut schnitten im Test die untersuchten Bio-Supermärkte ab: Sie boten Obst und Gemüse überwiegend unverpackt an und setzten bei Getränken stark auf Mehrweg. Am anderen Ende der Skala lagen die Discounter, die im Test in weiten Teilen auf Einweg und vorverpackte Ware setzten.

Dazwischen rangierten die klassischen Vollsortimenter: Sie boten zwar mehr unverpacktes Obst und Gemüse sowie Mehrweggetränke an als die Discounter, blieben aber insgesamt deutlich unter dem Niveau der Bio-Supermärkte zurück.

Die DUH kritisiert, dass auch im vierten Jahr in Folge kein klarer Trend zu weniger Verpackungen oder mehr Mehrweg erkennbar sei. Schon in den Vorjahren waren die Tester zum Ergebnis gekommen, dass Bio-Supermärkte beim Ressourcenschutz vorangehen, während Discounter weitgehend auf Einweg setzen.

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