Die Verbraucherzentralen fordern die Bundesregierung auf, die Bürger bei den hohen Lebensmittelpreisen stärker zu entlasten. Die Chefin des Bundesverbands der Verbraucherzentralen, Ramona Pop, verlangt mehr Transparenz bei der Preisbildung und eine klare Kennzeichnungspflicht für Mogelpackungen, wie sie der Deutschen Presse-Agentur mitteilte.
Lebensmittel verteuerten sich nach vorläufigen Daten des Statistischen Bundesamts im Juli um 2,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit lagen die Preissteigerungen über der allgemeinen Inflationsrate von 2,0 Prozent. „Eine gesunde, nachhaltige und abwechslungsreiche Ernährung darf keine Frage des Geldbeutels sein“, betonte Pop.
Die Verbraucherschützerin fordert zudem eine Senkung der Stromsteuer für Privathaushalte. Eine solche Entlastung soll nach den Plänen der Bundesregierung zunächst nur bestimmten Betrieben zugutekommen. „Der Alltag der Menschen muss funktionieren“, sagte Pop. Eine Verbraucherpolitik, die Alltagsthemen in den Blick nehme, stärke das Vertrauen in die Politik.
Verbraucherzentralen melden Tausende Beschwerden
Die Verbraucherzentralen registrierten im ersten Halbjahr 2025 mehr als 4.000 Beschwerden zu Lebensmitteln und Getränken. Die Beschwerden betrafen vor allem die Preise (27 Prozent), die Qualität und Produktsicherheit (22 Prozent) sowie die Werbung (16 Prozent).
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) strebt nach langer Wirtschaftsschwäche für den Sommer eine Wende zu einer positiveren Stimmung an. „Nur so gelingt auch der angestrebte Stimmungsumschwung im Land“, sagte Pop.
