Milchmarkt-Entwicklung Preise für Bio-Milch steigen trotz Lieferrückgang

Die Preise für Bio-Milch sind im Juli deutlich gestiegen. Kunden zahlen nun 10 Cent mehr pro Liter. Das berichtet die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI).  

Mittwoch, 09. Juli 2025, 10:09 Uhr
Thomas Klaus (mit dpa)
Milchpreise suchen den Weg nach oben: Die höheren Preise folgen einer gestiegenen Nachfrage. Bildquelle: Getty Images

Die Preise für Bio-Milch sind im Juli deutlich gestiegen. Kunden zahlen seit Anfang des Monats für einen Liter frische Bio-Vollmilch 1,35 Euro und für frische fettarme Bio-Milch 1,25 Euro. Das hat die AMI ausgerechnet. Die Preise erhöhten sich damit um jeweils 10 Cent im Vergleich zum Vormonat. Für konventionelle Frischmilch in der untersten Preislage blieben die Preise im Juli bisher stabil.

30 Prozent höherer Absatz bei Bio-Naturjoghurt 

Die höheren Preise folgen einer gestiegenen Nachfrage. In den ersten fünf Monaten 2025 kauften private Haushalte in Deutschland 12 Prozent mehr Bio-Frischmilch als im Vorjahreszeitraum. Bei Bio-Naturjoghurt stieg die Einkaufsmenge sogar um mehr als 30 Prozent.

Christine Rampold, AMI-Marktanalystin für Ökolandbau, erklärt den starken Anstieg bei Bio-Naturjoghurt auch mit dem Angebot großer Behälter durch Händler. „Es macht schon einen Unterschied, ob kleine Becher oder Großbehälter in den Einkaufskorb kommen“, erläuterte sie#. 

Während die Nachfrage nach Bio-Käse ebenfalls zunahm, sank sie bei Bio-Butter. Als Grund dafür nennt die AMI den hohen Preis. Trotz der Zuwächse bei Bio-Milchprodukten überwiegt weiterhin der Konsum konventioneller Kuhmilch.

NRW meldet sinkende Bio-Milchlieferungen

Derweil berichtet die Landesvereinigung der Milchwirtschaft Nordrhein-Westfalen von einem deutlichen Rückgang der Bio-Kuhrohmilchlieferungen an die Molkereien im bevölkerungsreichsten Bundesland. In den ersten vier Monaten 2025 lieferten die Landwirte in NRW 9,2 Prozent weniger Bio-Kuhrohmilch. Die Menge sank auf knapp 30.000 Tonnen. Bei konventioneller Kuhrohmilch betrug der Rückgang 3,8 Prozent auf gut 1 Million Tonnen. Diese Rückgänge fielen in NRW stärker aus als in anderen Bundesländern.

Molkereien versuchen angesichts der höheren Nachfrage, zusätzliche Bio-Lieferanten zu gewinnen. Viele Landwirte empfinden jedoch den Preisunterschied zur konventionellen Milch als zu gering, um die hohen Investitionen und Auflagen für die Bio-Produktion zu rechtfertigen. Zudem geraten Bio-Marken bei Milch durch Eigenmarken von Discountern unter Druck, so die Landesvereinigung. 

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