Mehrwertsteuer für Pflanzendrinks Rewe und Hersteller starten gemeinsame Petition

Der Lebensmitteleinzelhändler Rewe und drei Hersteller haben eine gemeinsame Petition gestartet. Ihr Ziel: Die Mehrwertsteuer auf Pflanzendrinks soll von 19 auf 7 Prozent sinken.

Mittwoch, 09. Juli 2025, 12:15 Uhr
Thomas Klaus
Petition für mehr Steuergerechtigkeit: Die Initiatoren führen fünf Hauptargumente für ihr Anliegen an. Bildquelle: Getty Images

Der Lebensmitteleinzelhändler Rewe sowie die Hersteller Vly, Berief und Oatly fordern den Deutschen Bundestag auf, den Mehrwertsteuersatz für Pflanzendrinks von 19 auf 7 Prozent zu senken. Die Unternehmen haben dazu eine Petition auf der Plattform change.org gestartet. Dies teilte Rewe mit.

Petition kann bis 20. August unterzeichnet werden

Interessierte können die Petition bis zum 20. August 2025 unterzeichnen. Das Bündnis argumentiert, die derzeitige höhere Besteuerung benachteilige bestimmte Verbrauchergruppen und widerspreche Zielen in der Klima-, Gesundheits- und Ernährungspolitik. Eine steuerliche Gleichstellung mit anderen Grundnahrungsmitteln sei sachlich geboten und sozial gerecht, argumentieren die Unternehmen.

Die Initiatoren führen fünf Hauptargumente für ihr Anliegen an: Erstens fordern sie eine Gleichbehandlung vergleichbarer Produkte. Die Einstufung von tierischer Milch als Grundnahrungsmittel und Pflanzendrinks als Getränke sei nicht plausibel, da letztere eine wichtige Option für Menschen seien, die aus unterschiedlichen Gründen keine tierische Milch konsumieren.

Verweis auf ökologische Nachhaltigkeit

Zweitens verweisen sie auf ökologische Nachhaltigkeit. Die Herstellung von Pflanzendrinks verbrauche im Vergleich zur Produktion von tierischer Milch weniger Fläche sowie Wasser und verursache einen geringeren CO₂-Ausstoß, heißt es. 

Als drittes Argument nennen die Unternehmen volkswirtschaftliche Vorteile. Eine Studie des Institute for Policy Evaluation beziffere den Rückgang der Steuereinnahmen in einem Jahr auf etwa 40 Millionen Euro. Dem stehe jedoch eine Verringerung zukünftiger Klimafolgekosten durch geringere CO₂-Emissionen in Höhe von rund 62,4 Millionen Euro gegenüber.

Viertens betonen die Initiatoren gesundheitliche Vorteile von Pflanzendrinks. Diese unterstützten eine ausgewogene Ernährung und seien in vielen Ländern Teil offizieller Ernährungsempfehlungen.

Steuersatz ist nicht mehr zeitgemäß

Als fünftes Argument führt das Bündnis den europäischen Vergleich an. In vielen EU-Ländern gelte für Kuhmilch und Pflanzendrinks derselbe Steuersatz.

„Die Besteuerung pflanzlicher Milchalternativen mit 19 Prozent ist ein Relikt vergangener Ernährungspolitik und ein Hindernis auf dem Weg in eine nachhaltigere Zukunft“, sagt Nicolas Harmann, Gründer und Vorstandsvorsitzenden der VF Nutrition.

Svenja Fritz, Geschäftsführerin von Oatly für Deutschland, Österreich, Schweiz und Polen, ergänzt: „Die steuerliche Diskriminierung von Pflanzendrinks ist längst nicht mehr zeitgemäß und steht im Widerspruch zu gesellschaftlichen Entwicklungen und wissenschaftlichen Erkenntnissen.“

Rewe-Vertreterin Emilie Bourgoin verweist auf eine steigende Nachfrage nach pflanzlichen Proteinquellen in den Märkten des Unternehmens. Eine steuerliche Gleichbehandlung mit Kuhmilch würde laut Bourgoin „eine echte Wahlfreiheit fördern“.

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