14,60 Euro ab 2027 Handels- und Bauernverband rügen Mindestlohnbeschluss

Die Mindestlohnkommission hat eine stufenweise Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns beschlossen. Der Handelsverband Deutschland warnt vor Jobverlusten. Auch die Landwirte befürchten negative Folgen, insbesondere für arbeitsintensive Kulturen.

Freitag, 27. Juni 2025, 12:49 Uhr
Manuel Glasfort
Die Spargelernte ist arbeitsintensiv. Der Bauernverband fürchtet, dass der Anbau solcher Kulturen sich infolge der Mindestlohnerhöhung in Deutschland nicht mehr rechnet. Bildquelle: Getty Images

Der Handelsverband Deutschland (HDE) warnt vor erheblichen Jobverlusten im Einzelhandel durch die beschlossene Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns. Die Mindestlohnkommission hat eine Anhebung von aktuell 12,82 Euro auf 13,90 Euro zum 1. Januar 2026 und auf 14,60 Euro zum 1. Januar 2027 festgelegt. Damit blieb die Kommission unter dem Wahlkampf-Versprechen der SPD, die einen Mindestlohn von 15 Euro verlangt. 

Die Erhöhung zum 1. Januar 2026 entspricht einem Plus von 8,42 Prozent. Mit der zweiten Anhebung zum Jahresbeginn 2027 kommt eine Steigerung von 13,9 Prozent gegenüber 2025 zustande. Seit Einführung des Mindestlohns 2015 summiert sich der Anstieg auf 71,8 Prozent.

„Die Festlegung des Mindestlohns ist keine Sozialpolitik. Jobs müssen sich für Arbeitgeber in der Privatwirtschaft rechnen, sonst fallen sie weg“, sagte HDE-Präsident Alexander von Preen laut Mitteilung. 

Von Preen: „Politik muss sich heraushalten“

Der HDE kritisierte besonders die politische Einmischung im Vorfeld der Entscheidung. „Den Mindestlohn zu politisieren, ist populistisch und letztlich systembedrohend. Die Politik muss sich aus der Lohnfindung raushalten“, forderte von Preen den Angaben zufolge. Die Mitglieder der Mindestlohnkommission seien einem starken Druck aus der Politik ausgesetzt gewesen.

Auch der Deutsche Bauernverband warnte vor den Folgen der Mindestlohnerhöhung. „Diese massive Anhebung des Mindestlohns wird landwirtschaftliche Betriebe zum Ausstieg aus arbeitsintensiven Kulturen zwingen“, teilte Bauernverbandspräsident Joachim Rukwied mit.

Der Verband befürchtet eine Verlagerung der Produktion ins Ausland. In anderen EU-Ländern liege der Mindestlohn deutlich niedriger, etwa in Polen bei 7,08 Euro und in Spanien bei 8,37 Euro. Der Selbstversorgungsgrad bei Gemüse lag nach Angaben des Verbands im Jahr 2022 bei 36 Prozent, bei Obst bei 23 Prozent.

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