Die Sparneigung der deutschen Verbraucher bremst die Erholung des Konsumklimas aus. Der Konsumklimaindex sinkt für Juli 2025 um 0,3 Punkte auf minus 20,3 Zähler, wie die Nürnberger Konsumforschungsinstitute GfK und NIM mitteilten. Damit setzt sich der positive Trend der vergangenen Monate nicht fort.
„Vor allem eine steigende Sparneigung verhindert, dass das Konsumklima seine Erholung fortsetzen kann“, erklärten die Institute in ihrer aktuellen Konsumklimastudie für Juni. Nach drei Anstiegen in Folge verzeichnet der Index damit erstmals wieder einen Rückgang. Die hohe Sparneigung spiegelt nach Einschätzung von NIM-Konsumexperte Rolf Bürkl die anhaltende Verunsicherung der Verbraucher und deren fehlende Planungssicherheit wider. „Viele Konsumenten gehen offenbar davon aus, dass sich die Konjunktur im weiteren Verlauf des Jahres 2025 erholen wird“, teilten die Institute mit.
Die Konjunkturerwartungen der Verbraucher haben sich deutlich aufgehellt. Der entsprechende Indikator stieg um sieben Punkte auf 20,1 Zähler – den höchsten Stand seit Beginn des Ukraine-Kriegs. Im Februar 2022 hatte der Wert noch bei 24,1 Punkten gelegen. Die gestiegenen Konjunkturerwartungen können die negativen Auswirkungen der hohen Sparneigung auf das Konsumklima allerdings nicht ausgleichen.
GfK und NIM sehen Hoffnung durch Milliardeninvestitionen
Viele Verbraucher erwarten laut den Instituten eine Erholung der deutschen Wirtschaft im weiteren Verlauf des Jahres 2025. Diese Hoffnung stützt sich vor allem auf die in Berlin beschlossenen Milliardeninvestitionen in Infrastruktur und Verteidigung. Die Konjunkturprognosen der wichtigsten deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute unterstützen diesen Optimismus, wie GfK und NIM betonten.
Die monatliche Studie basiert auf Befragungen von 2.000 Verbrauchern, die die Institute zwischen dem 30. Mai und 11. Juni im Auftrag der EU-Kommission durchführten.
