Allianz-Analyse Keine Verschnaufpause bei Großinsolvenzen erwartet

Die Zahl der Unternehmenspleiten in Deutschland steigt weiter. Besonders Großinsolvenzen verursachen hohe wirtschaftliche Schäden – auch in Branchen, die für Versorgung und Handel zentral sind. Das zeigt eine aktuelle Analyse von Allianz Trade.

Dienstag, 03. Juni 2025, 12:16 Uhr
Julia Krone (mit dpa)
Keine Trendwende bei Firmenpleiten: Großinsolvenzen belasten weiterhin Wirtschaft und Lieferketten. Bildquelle: Getty Images

Auch im Jahr 2025 bleibt die Zahl der Unternehmensinsolvenzen auf hohem Niveau. Nach Berechnungen von Allianz Trade wird in Deutschland mit rund 24. 400 Fällen gerechnet – ein Anstieg um elf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für das Jahr 2026 wird ein weiterer Zuwachs auf etwa 25. 050 Fälle erwartet, was einem Plus von drei Prozent entspricht.

Besonders relevant für Lieferketten und Handel ist die Entwicklung bei Großinsolvenzen. Im ersten Quartal 2025 wurden weltweit 122 solcher Fälle registriert – vierzehn Prozent mehr als im Vergleichszeitraum 2024. Westeuropa war mit 74 Insolvenzen erneut am stärksten betroffen. Auf Deutschland entfielen 16 Fälle, was etwa 13 Prozent der weltweiten Gesamtzahl entspricht. Großinsolvenzen sind hier definiert als insolvente Unternehmen, deren letzter bekannter Umsatz 50 Millionen Euro oder mehr betrug.

„Das vergangene Jahr markierte einen Negativ-Rekord bei den Großinsolvenzen in Deutschland“, sagt Milo Bogaerts, CEO von Allianz Trade in Deutschland. „Insgesamt gab es 87 Großinsolvenzen im Jahr 2024 mit einem kumulierten Umsatz von 17,4 Milliarden Euro. Das ist ein Anstieg um 36 Prozent bei den Fallzahlen im Vergleich zum Vorjahr (2023: 64 Fälle) und um 55 Prozent beim Gesamtumsatz. Auch 2025 bringt keine Verschnaufpause.“

16 größere Unternehmen im ersten Quartal 2025 insolvent

Im ersten Quartal 2025 waren in Deutschland 16 größere Unternehmen betroffen – drei weniger als im Vorjahr, aber doppelt so viele wie im ersten Quartal 2023. Die wirtschaftlichen Schäden treffen oft auch mittelständische Zulieferer, darunter viele aus dem Bereich Handel und Konsumgüter. „Angesichts der trüben wirtschaftlichen Aussichten sowohl in Deutschland als auch beim Welthandel und den vielen Unsicherheiten durch das Zoll-Gewitter, gehen wir davon aus, dass wir auch 2025 von weiterhin vielen Großinsolvenzen und damit hohen Schäden aus. Bei deren Zulieferern reißen diese besonders große Löcher in die Kassen – mit möglichen Dominoeffekten auf die Lieferketten“, so Bogaerts.

Bereits 2024 betrafen zahlreiche Großpleiten Branchen mit starker Relevanz für Verbraucher und Handel: das Baugewerbe mit 14 Fällen, der Einzelhandel mit 13, die Dienstleistungsbranche mit zwölf. Auch in der Haushaltsgeräteindustrie (zehn Fälle) und der Metallverarbeitung (neun Fälle) gab es auffällig viele Insolvenzen.

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